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JP Morgan: Der globale Energieschock und die katastrophale Prognose für die Welt

12:00 Uhr  |  Redaktion
Ein aktueller Bericht von JP Morgan zeichnet ein düsteres Bild der globalen Energiesituation, wie Investing.com berichtet. Während sich die Öffentlichkeit und viele Investoren auf die Rohölpreise konzentrieren, warnt die Großbank, dass wir uns in der „Bruchlinie“ eines echten globalen Energieschocks befinden. Das Kernproblem ist laut Experten nicht mehr allein der Preis für ein Barrel Rohöl, sondern eine sich zuspitzende Knappheit bei den daraus raffinierten Produkten, die unsere moderne Wirtschaft am Laufen halten.

Besonders alarmierend ist die Entwicklung der globalen Ölvorräte. JP Morgan prognostiziert, dass diese Lagerbestände in den kommenden Wochen unter das Niveau „operativer Belastung“ fallen und bis September sogar ihr „operatives Minimum“ erreichen könnten. Damit verschwinden die Puffer, die normalerweise Versorgungsstörungen abfangen, was den Markt extrem anfällig für weitere, selbst kleinere Schocks macht. Die Zeit, in der man fundamentale Knappheiten einfach ignorieren konnte, läuft ab.

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Die Krise manifestiert sich zunehmend in einer gefährlichen physikalischen Realität: Es mangelt nicht nur am Rohstoff, sondern an der notwendigen Kapazität der Raffinerien, diesen in die benötigten Brennstoffe zu verwandeln. Da Raffinerien keine Fabriken sind, die ihre Produktion per Knopfdruck umstellen können, führt die forcierte Produktion eines Treibstoffs – etwa Kerosin – zwangsläufig zu Einbußen bei anderen essenziellen Produkten wie Diesel oder Benzin.

Dieser erzwungene „Balanceakt“ bei der Raffinerieproduktion wird als katastrophale Entwicklung für die reale Wirtschaft beschrieben. Wenn Raffinerien aufgrund der Rohstoffknappheit gezwungen sind, ihren Betrieb zu drosseln, schwindet der Nachschub für den Transport- und Logistiksektor. Dies treibt die Preise für Endprodukte wie Diesel und Kerosin in die Höhe, weit schneller, als es der Rohölpreis an sich vermuten ließe. Die Schmerzgrenze erreicht hierbei direkt den Endverbraucher und die Industrie.

Zusammenfassend warnt JP Morgan, dass wir uns auf eine Phase zubewegen, in der die Verfügbarkeit von Brennstoffen kritischer wird als die Verfügbarkeit von Rohöl. Die Märkte könnten bald gezwungen sein, von einer bloßen Risikobewertung zur direkten Verwaltung der totalen Knappheit überzugehen. Die nächste Phase dieses Energieschocks wird sich demnach nicht mehr primär an den Ölvorkommen, sondern an den Zapfsäulen und in den Lieferketten weltweit niederschlagen.


© Redaktion RohstoffWelt.de


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