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Ölpreis steigt leicht; Investoren warten nach Ende der Angriffe auf Klarheit

08:00 Uhr  |  Redaktion
Die Rohölpreise haben sich am Dienstag im frühen asiatischen Handel nach den heftigen Turbulenzen zu Beginn der Woche leicht stabilisiert. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, stiegen die Notierungen moderat an, da Marktteilnehmer vor weiteren Positionierungen eine genauere Einschätzung der Lage im Nahen Osten abwarten. Die Atempause folgt auf eine Meldung, wonach sowohl Israel als auch der Iran ihre gegenseitigen Angriffe vorerst eingestellt haben, was die unmittelbare Sorge vor einer unkontrollierbaren Eskalation in der Region etwas dämpfte.

Der Preis für die Nordseesorte Brent verteuerte sich im frühen Handel um 23 Cent oder 0,2% auf 95,99 US-Dollar je Barrel. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte ebenfalls um 21 Cent oder 0,2% und notierte bei 93,32 Dollar je Barrel. Beide Benchmarks hatten am Montag nach den israelischen Luftangriffen auf den Libanon zunächst um mehr als zwei Dollar zugelegt, da Händler eine Gefährdung der Ölinfrastruktur sowie anhaltende Blockaden auf den wichtigen Schifffahrtswegen befürchteten.

Trotz der aktuellen Beruhigung an der militärischen Front bleibt die Versorgungslage auf dem globalen Ölmarkt extrem angespannt. Der Iran hält die strategisch wichtige Straße von Hormus, durch die täglich Millionen Barrel Rohöl transportiert werden, weiterhin weitgehend blockiert. Analysten betonen zudem, dass der jemenitische Konflikt und die anhaltenden Angriffe auf russische Energieanlagen die weltweiten Kapazitäten belasten. Die jüngst beschlossene Fördererhöhung des Ölbündnisses OPEC+ wird vom Markt als weitgehend wirkungslos angesehen, da viele Mitgliedsstaaten ihre Produktionsziele strukturell nicht erreichen können.

Für den weiteren Wochenverlauf richten Investoren ihren Fokus nun verstärkt auf die anstehenden Wirtschaftsdaten aus den USA und China, um neue Impulse für die weltweite Ölnachfrage zu erhalten. Zudem warten die Marktteilnehmer laut Reuters auf die wöchentlichen Lagerdaten des American Petroleum Institute (API) sowie der US-Energiebehörde EIA. Solange jedoch keine dauerhafte diplomatische Lösung im Nahost-Konflikt in Sicht ist und die Schifffahrtswege blockiert bleiben, erwarten Experten weiterhin eine hohe Volatilität und ein starkes Fundament für die Ölpreise.


© Redaktion RohstoffWelt.de


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