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Ölpreis fällt; Libanon & Israel einigen sich auf Umsetzung eines Waffenstillstands

08:00 Uhr  |  Redaktion
Die Ölpreise haben am Donnerstag nachgegeben, nachdem sich Israel und der Libanon am späten Mittwochabend auf die Umsetzung eines Waffenstillstands verständigt haben, berichtet Reuters. Die Einigung weckte an den Märkten die Hoffnung auf ein umfassenderes Abkommen zur Beendigung des US-israelischen Krieges mit dem Iran, was letztlich auch zu einer Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus führen könnte. Die Rohöl-Leitnotierungen gaben daraufhin spürbar nach und machten einen Teil der deutlichen Gewinne vom Vortag wieder rückgängig.

Die internationalen Öl-Benchmarks verloren im frühen Handel an Boden: Die Terminkontrakte für die Nordseesorte Brent fielen um rund 0,69% auf 97,14 US-Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um etwa 0,65% auf 95,40 US-Dollar sank. Noch am Mittwoch waren beide Preise um rund 2% gestiegen, nachdem neue Feindseligkeiten im Nahen Osten – darunter iranische Angriffe auf Kuwait und US-Militärschläge nahe der Straße von Hormus – Sorgen vor einer Eskalation der Energieversorgungskrise geschürt hatten.

Neben den diplomatischen Fortschritten in der Region drückten auch politische Entwicklungen in den USA auf die Preise. Das von den Republikanern geführte US-Repräsentantenhaus verabschiedete eine Resolution, die die Kriegsvollmachten von Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran beschränken soll. Obwohl für ein Inkrafttreten noch die Zustimmung des Senats sowie eine parteiübergreifende Zweidrittelmehrheit zur Überstimmung eines fast sicheren Vetos des Präsidenten nötig sind, signalisierte der Schritt innenpolitischen Druck zur Beendigung des Konflikts. Trump selbst zeigte sich optimistisch und deutete an, dass bereits am Wochenende Fortschritte in den Verhandlungen mit dem Iran erzielt werden könnten.

Dämpfend auf den Preisverfall wirkten aktuelle Daten zu den US-Rohölbeständen, die laut der Energy Information Administration (EIA) in der Woche bis zum 29. Mai überraschend deutlich um acht Millionen Barrel auf 433,7 Millionen Barrel gesunken sind. Da Analysten im Vorfeld lediglich mit einem Rückgang von vier Millionen Barrel gerechnet hatten, deutet dies auf eine weiterhin hohe Nachfrage hin. Marktbeobachter wie Haitong Futures gehen daher davon aus, dass sich die Ölpreise aufgrund des anhaltenden Ungleichgewichts von Angebot und Nachfrage und rasch schrumpfender weltweiter Vorräte auf lange Sicht eher am oberen Ende ihrer Handelsspanne bewegen werden.


© Redaktion RohstoffWelt.de


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