Seltene Erden Lagerstätten: Ein einfaches Mittel zur vergleichenden Bewertung

Mineralverarbeitung, Metallurgie und die dazugehörigen Anlagen sind oftmals die am kapitalintensivsten Bestandteile eines REE-Projekts. Allerdings werden Projekte, die nahe Grund-Infrastruktur (Elektrizität, Wasser, Transportwege) vorkommen, von einem geringeren CAPEX profitieren. Es ist jedoch auch wichtig, die Infrastruktur-Erfordernisse eines Projekts in Relation zu ihrem Standort zu beurteilen, wobei womöglich noch wichtiger ist einzuschätzen, wie praktikabel und angemessen der Infrastruktur-Entwicklungsplan eines Projekts ist. Am Ende des Tages ist es natürlich immer besser, in der Nähe von guter Infrastruktur zu sein, jedoch ist dies in den seltensten Fällen der entscheidende Faktor in der Beurteilung eines REE-Projekts.
In Hinsicht auf dieses Kriterium erzielt die Ashram Lagerstätte wenig Punkte, wobei sie einen angemessenen Infrastruktur-Entwicklungsplan in petto hat, der darüberhinaus auch von dem möglichen "Plan Nord" profitieren dürfte. Die Norra Kärr und Bear Lodge Lagerstätten schneiden am besten ab, da etablierte Infrastruktur in der Nähe vorhanden ist. Die Nechalacho Lagerstätte liegt abgeschlagen am Ende der Rangliste, da ihr Infrastruktur-Plan völlig unklar ist, da Modifikationen am Projektszenario - nach Veröffentlichung ihrer FS - stattfanden.
6. RECHTSSYSTEM
Wenn eine REE-Lagerstätte die ersten 5 Beurteilungskriterien erfolgreich gemeistert hat, dann empfiehlt es sich als nächstes, einen Blick auf das Rechtssystem bzw. die Minenrechtsprechung ("jurisdiction") zu werfen. Nicht alle Minenrechtsprechungen sind identisch, und obwohl viele Hürden der Rechtsprechung im laufe der Zeit erfolgreich bewerkstelligt werden können, so gibt es welche, die regelrechte Projekt-Killer sind.
Wahrscheinlich ist die einfachste Richtschnur, die öffentlich zugänglich ist, das "Annual Survey of Mining Companies" vom Fraser Institute, das die weltweiten Minenrechtsprechungen in einer Rangliste zusammenfasst, und zwar basierend auf dem Feedback der Explorations- und Minenbranche. Das Fraser Institute nimmt eine Vielzahl von Faktoren in ihre Rechnung auf, wie z.B. soziale Akzeptanz, Genehmigungsverfahren, qualifizierte Arbeiter, Justizwesen, Umweltregulierungen oder Steuerregelungen, und ist somit eine auf breiter Basis von der Branche akzeptierte Maßeinheit der "Minenfreundlichkeit". Die meisten Projekte schneiden in dieser Kategorie ordentlich ab, wobei im Allgemeinen Afrika, Süd-Amerika und Asien eher als schwierige Rechtssysteme betrachtet werden - im Gegensatz zu Nord-Amerika, Australien und Teile Europas.
Die Zustände rund um das Kutessay II Projekt von Stans Energy Corp. in Kirgistan (letzter Platz #112/112 in der Fraser-Rangliste 2013) und das Mrima Hill Projekt von Pacific Wildcat Resources Corp. in Kenia (Platz #79/112) verdeutlichen jedoch, dass nicht ignoriert werden sollte, eher in einer vorteilhaften Rechtsprechung angesiedelt bzw. investiert zu sein.
Schlussfolgerung:
Von Bedeutung ist die Minenrechtsprechung vor allem in Hinsicht auf Einnahmen/Gewinn aus dem Minenbetrieb (Steuerregelungen), Genehmigungszeit bis zur Produktion (Zulassungen, etc.), Besitzverhältnisse der Mineral- und Minenrechte (Administration, etc.). Für jedes Rohstoff-Projekt ist es wichtig, die Risiken zu verstehen und entsprechend zu beurteilen.
In Hinsicht auf dieses Kriterium befinden sich alle Projekte in unserer Rangliste in Rechtssystemen, die einer Entwicklung gen Mine nicht im Wege stehen dürfte, wobei der Bürokratie-Aufwand dennoch erheblich variieren kann. Zum Beispiel kommen die Produktionsszenarien der Nechalacho und B-Zone Lagerstätten in 2 unterschiedlichen Provinzen bzw. Rechtsprechungen vor, was unweigerlich zu mehr Bürokratie-Aufwand führt und somit die Zeit bis zur Produktionsaufnahme, und somit die Kosten, erhöht.
Die Ashram Lagerstätte befindet sich in der kanadischen Provinz Quebec, die als sehr vorteilhaftes Rechtssystem eingestuft wird und gleichauf mit den Lagerstätten Bokan Mountain (Alaska), Kipawa (Quebec), und Geomega (Quebec) in der Rangliste auftaucht.
NEBENBEMERKUNG ZUM BEGRIFF ‘PROPRIETARY TECHNOLOGY’ (firmeneigene/geschützte/geheime/ proprietäre Technologie)
In der REE-Branche ist der Begriff "proprietär" typischerweise ein Code-Wort für "eine erzwungene, unkonventionelle Route der Mineralverarbeitung und Metallurgie". Meiner Meinung nach sollte dies als eine rote Warnflagge wahrgenommen werden und ich empfehle Investoren, derartige Technologien bestenfalls mit Vorsicht zu geniessen.
In Anbetracht der starken Aktienkursaufwertung dank der proprietären REE-Separationstechnologie, die vor kurzem von GeoMega Resources Inc. veröffentlicht wurde (siehe auch Pressemitteilungen vom 15. Januar 2014 und 25. Februar 2014), würde ich gerne an dieser Stelle bekannt machen, was dies meiner Meinung nach wirklich bedeutet:
1. Es ist, wie der Name schon selber sagt, eine proprietäre Technologie und in der REE-Branche bedeutet dies, dass man typischerweise keine Alternative mehr hat, was einen wiederum auf das Abstellgleis befördern müsste.









