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Seltene Erden Lagerstätten: Ein einfaches Mittel zur vergleichenden Bewertung

23.04.2014  |  Stephan Bogner (Rockstone)
- Seite 5 -
Potentielle Partner oder Offtakers (Abnahmevertragsparteien) suchen allen voran einen Aspekt bei REE-Entwicklungsprojekten: Einfachheit ("simplicity"). Je einfacher eine Lagerstätte ist, desto berechenbarer ist der Abbau und die Verarbeitung; ergo: desto berechenbarer ist die Wirtschaftlichkeit. Derartige Informationen sind typischerweise tief in den öffentlich zugänglichen Projektbeschreibungen versteckt, wobei es genau diese Daten sind, die entscheidend sind, um eine REE-Lagerstätte beurteilen zu können.

Manche behaupten, dass eine Erz-Vermischung ("ore blending") die Lösung für eine ungleichmäßige Mineralisation ist. Dies verlangt jedoch einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt, der wiederum weitere Probleme bereiten kann, wenn die Mineralisation zu stark variiert. Daher sollte eine Erzvermischung minimiert oder idealerweise ganz vermieden werden.

Letztendlich muss die Tonnage und der Mineralisationsgehalt mit der REE-Verteilung zusammen beurteilt werden, um ein vollständiges Bild des Produktionsszenarios einer jeden Lagerstätte zu bekommen. Im Folgenden wird die REE-Verteilung einer Lagerstätte als nächstes heranzuziehendes Kriterium detailliert besprochen, weil es auch ein eigenes, kritisches Merkmal darstellt. In Bezug auf das Produktionsszenario und dem Gesamt-Gehalt wird es wie folgt ermittelt: der TREO-Gehalt wird mit der REE-Verteilung multipliziert und zusammen addiert. Wenn das gemacht wird, so wird klar, dass Ashrams MHREO Zone (155 ppm Dy2O3 in der "measured + indicated"-Ressource) einen höheren Dy-Gehalt als Kipawa (147 ppm Dy2O3 in den Reserven) besitzt, sowie mehr Dy pro Jahr produzieren kann als Bokan Mountain (106 Tonnen vs. 81 Tonnen Dy2O3).


Schlussfolgerung:

Am Ende sind die Tonnage und der Gehalt die Hauptfaktoren, die ein langfristiges Produktionsszenario bestimmen. Somit: Obwohl Lagerstätten wie Steenkampskraal, Bokan Mountain, Lofdal und Kipawa sich stark bemühen, ihre Ressourcen/Reserven zu erhöhen, um eine angemessene Minenlebenszeit zu erreichen, so sind sie dennoch Beschränkungen/Hindernissen ausgesetzt in Hinsicht auf ihrer tatsächliche REO-Jahresproduktion, um den hohen CAPEX, der für so ein Projekt typisch ist, zu rechtfertigen.

Schlussendlich leistet eine Beständigkeit in Gehalt und Mineralogie (Erz- und taubes Ganggestein) einen erheblichen Beitrag zur Einfachheit der Produktion und somit wiederum zur Wirtschaftlichkeit.

In Hinsicht auf dieses Kriterium erzielen die Lagerstätten Ashram und Ngualla die höchsten Punktzahlen, während Steenkampskraal, Lofdal, Round-Top und Bokan Mountain am schlechtesten abschneiden. Bei Steenkampskraal wird der hohe Mineralisierungsgehalt von der extrem niedrigen Tonnage (<1 Mio. Tonnen) überschattet, während bei Round-Top die ansehnliche Tonnage durch einen extrem niedrigen Gehalt (ca. 0,06% TREO) ins Abseits gerät.


3. REE-VERTEILUNG

Angenommen ein Projekt verfügt über eine bewährte Mineralogie, eine kostengünstige Mineralverarbeitung und eine demonstrierte Metallurgie, eine ausreichend grosse Tonnage und Gehalte, um eine angemessene Minenlebenszeit mitsamt Produktionsszenario zu rechtfertigen, dann ist das nächste Kriterium, das unter die Lupe genommen werden sollte, die REE-Verteilung ("REE distribution").

Die REE-Verteilung definiert sich als den Anteil eines jeden REE relativ zu allen REEs kombiniert (insgesamt 15 Elemente: von La bis Lu plus Y) und wird gewöhnlich als LREE (La, Ce, Pr, Nd, Sm, Eu und Gd) und HREE (Tb, Dy, Ho, Er, Tm, Yb, Lu und Y) umschrieben.

Noch immer herrscht die breite Marktauffassung, dass Lagerstätten, die mehr in den HREEs angereichert sind, auch wertvoller als solche Lagerstätten sind, die mehr mit LREEs angereichert sind. Dies liegt daran, dass die traditionellen Gutachter der REE-Branche den HREE-Lagerstätten eine höhere Bewertung gegeben haben, da die schweren Elemente (insbesondere Tb, Dy und Y) Mangelware sind bzw. ihr Marktangebot knapp war und ggf. noch ist. Zudem wird argumentiert, dass ein Produktionsanstieg bei diesen schweren Elementen nicht den gleichen negativen Einfluss auf Marktpreise haben, wie ein potentieller Produktionsanstieg bei z.B. Ce und La; da diese momentan im Überfluss vorhanden sind (Überangebot) und eine erhöhte Produktion mit einer neuen Mine signifikanten Preisdruck ausüben würde.

Jedoch ist eine Beurteilung, die ihren Fokus nur auf HREEs (Tb, Dy und Y) ausgerichtet hat, gelinde gesagt unvollständig, weil sie die 2 LREEs (Nd und Eu) ignoriert, dessen Marktangebote ebenfalls knapp sind und als Mangelware klassifiziert werden. Nachdem das US Department of Energy dies als erstes aussprach, so hat auch die Industrie die unterversorgten LREEs und HREEs (Nd, Eu, Tb, Dy und Y) als kritische REEs (CREEs) kategorisiert. Daher wird die wahrhaftige Bedeutung einer REE-Verteilung am besten durch die Anreicherung in den CREEs wiedergegeben, das heisst durch diejenigen REEs, die einerseits knapp sind und anderseits auch die höchste Nachfrage geniessen (Nd, Eu, Tb, Dy und Y).

Somit sollte man sich bei der Beurteilung der REE-Verteilung einer Lagerstätte auf die CREEs - und nicht auf die HREEs - konzentrieren, wobei man darüberhinaus auf eine Ausgewogenheit zwischen allen CREEs achten sollte, damit der Hauptanteil nicht nur auf ein oder zwei CREEs entfällt.

Beispiel: Es wird erwartet, dass Nd (ein LREE) bis 2015 einen Anteil von 24% am gesamten REE-Markt haben wird (siehe auch Roskill 2011), wobei Nd momentan einen grösseren Markt als alle HREEs zusammen hat. Darüberhinaus: Eu (auch ein LREE) hat den höchsten Dollar-Wert pro kg von allen REEs. Das ist ein Grund, warum die Ashram Lagerstätte von Commerce ganz oben auf meiner Favoritenliste steht, weil sie eine ausgewogene Verteilung besitzt, mit signifikanten Anteilen an Nd und Eu sowie beträchtliche Mengen an Tb, Dy und Y. Das bedeutet eine noch ausgewogenere Gewichtung in den CREEs, die einen hohen Verkaufspreis erzielen und als interner "Hedge" (Absicherung) fungieren, sollte der Preis von einem oder mehreren dieser Elemente einbrechen (siehe auch unsere vorherigen Artikel für eine detailliertere Argumentation).

Daher ist ein wichtiger Faktor bei der Beurteilung eines potentiell neuen REE-Produzenten das Verhältnis bzw. Ratio vom Preiskorb der CREE/Tonne Erz und TREE/Tonne Erz (d.h. $/kg CREE dividiert durch $/kg TREE). Je grösser dieser relativer Wert an CREEs zum Gesamt-REE-Preiskorb ist, desto geringer sind die Auswirkungen eines erhöhten Angebots auf den realisierten REE-Preis. Jedoch differenziert dies nicht die Gewichtung (d.h. Verteilung) von jedem CREE untereinander und sollte daher auch nicht eigenständig beurteilt werden.




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