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Ölpreise steigen um mehr als 2% nach angekündigter Schließung der Straße von Hormus infolge von US-Angriffen durch Iran

08:00 Uhr  |  Redaktion
Die Ölpreise sind am Donnerstag sprunghaft um mehr als 2% gestiegen, nachdem der Iran als Reaktion auf erneute US-Militärschläge die Schließung der strategisch hochwichtigen Straße von Hormus angekündigt hat. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, legten die Terminkontrakte für die Nordseesorte Brent um 2,47% auf 95,40 US-Dollar je Barrel zu, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 2,89% auf 92,63 US-Dollar kletterte. Zeitweise verzeichneten die US-Rohöl-Futures im Handelsverlauf sogar ein Plus von über drei Dollar.

Das oberste gemeinsame Militärkommando des Iran erklärte, die Seestraße sei ab sofort für Öl-Tanker und kommerzielle Frachtschiffe gesperrt. Zudem wurde die explizite Warnung ausgesprochen, dass jedes Schiff, das dennoch einen Durchbruch versuche, unter Beschuss genommen werde. Den Berichten zufolge hatten die US-Streitkräfte zuvor neue Angriffe auf mehrere Ziele im Iran geflogen. Dies markiert eine erhebliche Eskalation des Konflikts, der seit einem im April vereinbarten, jedoch äußerst fragilen Waffenstillstand weitgehend geruht hatte.

Das US-Militär widersprach den Darstellungen aus Teheran hingegen teilweise. Über die Plattform X teilte das US-Zentralkommando mit, dass der kommerzielle Schiffsverkehr die Meerenge weiterhin in beide Richtungen passierte. Zudem dementierten die USA Berichte iranischer Staatsmedien, wonach amerikanische Kriegsschiffe nahe der Wasserstraße von Raketen und Drohnen getroffen worden seien. Um die durch die monatelangen Blockaden entstandenen globalen Versorgungslücken zu schließen, hatten die USA als weltweit größter Ölproduzent zuletzt verstärkt ihre eigenen Rohölexporte hochgefahren, wodurch die US-Lagerbestände in der vergangenen Woche überraschend deutlich um 7,2 Millionen Barrel sanken.

Marktanalysten von Morgan Stanley und anderen Institutionen warnen vor drastischen Folgen, sollte die Blockade der Passage, durch die üblicherweise ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports abgewickelt wird, länger andauern. Während schwächere Nachfragen aus China den Preisschock bislang abfedern konnten, droht bei einer anhaltenden Schließung über den Juni hinaus eine massive Verknappung auf dem Weltmarkt. Experten von Nuvama Institutional Equities halten in einem solchen Szenario einen Preisanstieg des Rohöls auf 110 bis 150 US-Dollar pro Barrel für möglich, da eine Wiederaufnahme des normalen Schiffsverkehrs selbst nach einer diplomatischen Einigung Monate in Anspruch nehmen würde.


© Redaktion RohstoffWelt.de


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