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Rohstoffe kompakt Energie: Unterschätzte Kohle

31.05.2012  |  Eugen Weinberg (Commerzbank)
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In diesen drei Szenarien weicht der Wachstumspfad der Kohlenachfrage massiv voneinander ab (Grafik 6 und 7). In Szenario 1 wird die Kohlenachfrage bis 2035 ihren im Jahr 2000 eingeschlagenen Wachstumspfad fortsetzen. In 25 Jahren dürfte sie dann um zwei Drittel höher sein als aktuell. Während die Nachfrage in den Industrieländern bis zum Jahr 2020 zunächst noch leicht wächst um dann auf leicht erhöhtem Niveau zu stagnieren, dürfte der Kohleverbrauch in den Schwellenländern kontinuierlich steigen und sich verglichen mit dem heutigen Niveau fast verdoppeln.

In Szenario 2 dürfte der Bedarf in den Industr ieländern bereits ab heute stagnieren und dann von 2020 bis zum Ende des Prognosehorizonts um 20% fallen, während die Kohlenachfrage in den Schwellenländern nur um knapp 50% steigt. Insgesamt steigt somit die globale Nachfrage bei der vollen Implementierung der gegenwärtigen Leitlinien um rund 25%.

In Szenario 3, das deutlich verschärfte Umweltauflagen mit sich bringen würde, dürfte sich die Nachfrage in den Industrieländern in den kommenden 25 Jahren mehr als halbieren. In den Schwellenländern dürfte sie zunächst noch leicht steigen, bevor sie in der zweiten Hälfte des Prognosehorizonts ebenfalls schrumpfen würde. Am Ende "müsste" dann auch in den Schwellenländern die Kohlenachfrage gut 15% niedriger sein als aktuell. Vor allem bei der Stromerzeugung würde der Einsatz von Kohle massiv zurückgenommen werden.

Während in Szenario 3 nur noch die Hälfte der Kohlenachfrage auf die Stromerzeugung entfällt, sind es in den beiden ersten Szenarien jeweils rund 70% und damit sogar geringfügig mehr als heute.

Die Unterschiede zwischen den drei Szenarien sind immens. Die politischen Weichenstellungen sind also ein wichtiger langfristiger Einflussfaktor für den Kohlepreis. Eins aber haben alle drei Szenarien gemein: Die Bedeutung der Schwellenländer wird weiter steigen: im Jahr 2035 wird auf die Schwellenländer rund 80% der Kohlenachfrage entfallen.

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