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Tiberius Rohstoff-Research: Marktkommentar Juni 2009

13.07.2009
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Bei Sojabohnen und Zucker mussten wir ebenfalls negative, relative Performancebeiträge hinnehmen. Beide Rohstoffe zählen zu den Lieblingen der Hedge-Fonds (Non Commercials), da sie im aktuellen Marketingjahr noch relativ attraktive Fundamentaldaten aufweisen. Im Juni blieb die Performance der Sojabohnen um etwa 3% hinter der der Rohstoffindices zurück. Wir hatten Sojabohnen längst nicht so stark übergewichtet wie dies die statischen Modellportfolien forderten. Dennoch stand am Ende noch eine kleine Underperformance von durchschnittlich -0,2%. Zucker hingegen entwickelte sich im Juni überdurchschnittlich im Vergleich zu den Rohstoffindices. Die Performance war vor allem durch ausbleibende Monsun-Regenfälle in den Anbaugebieten in Indien bedingt.

Wie unten ausgeführt wird, halten wir es sowohl bei Sojabohnen als auch bei Zucker für wahrscheinlich, dass die hohe spekulative Netto-Long-Position unter hohen Kursverlusten veräußert wird, da die relativ hohen Preise beider Rohstoffe die fundamentalen Aussichten im kommenden Marketingjahr erheblich eingetrübt haben.

Im Energiebereich und bei den Edelmetallen ergab sich eine gemischte Performance, da hier vor allem Spread-Positionen innerhalb eines Sektors (z.B. Benzin über-, Heizöl untergewichtet oder Gold über-, Silber untergewichtet) eingenommen wurden.

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Unser long/short Fonds Tiberius Absolute Return Commodity OP zeigte im Juni ebenfalls eine durchwachsene Performance. Nachdem im April und Mai ein Kursplus von rund 4% verbucht werden konnte, ging es im Juni mit -0,7% wieder einen Schritt zurück. Die Kursverluste entstanden zum größten Teil am letzten Handelstag im Juni, als Mais mit einem Minus von knapp 8% limit down gehandelt wurde (s.o.). Wir hatten wenige Tage vorher einen Pairtrade Mais long gegen Zucker short auf das Buch genommen, was sich bezogen auf das taktische Timing als unglücklich erwies. Der Pairtrade kostete uns in den letzten Junitagen knapp 0,7%. Mittelfristig sind wir dennoch der Überzeugung, dass Mais das bessere Ethanol-Play als Zucker ist. Im Gegensatz zu Zucker ist eine Angebotserhöhung bei Mais schon voll eingepreist. Die spekulative Netto-Long-Position (Non Commercials) wurde im Zuge des Kurssturzes von rund 25% in wenigen Wochen um mehr als die Hälfte abgebaut, zudem halten die Kleinspekulanten (Non Reportables) eine relativ große Short-Position.

Bei Zucker hingegen ist das ohnehin schon sehr hohe Netto-Long-Exposure spekulativer Anleger zuletzt sogar noch angewachsen (s.u.). Viele Anleger spekulieren aufgrund zu geringer Regenfälle auf erneute Ernteausfälle in Indien, die das Land ein zweites Jahr in Folge zu Nettoimporten zwingen könnte. Die ersten Julitage brachten im Westen Indiens dringend benötigte Regenschauer, so dass sich die Wetterspekulation als sehr kurzlebig erweisen könnte. Zudem steigt durch das erhöhte Preisniveau das Angebot aus Brasilien, da Zuckerrohr aus der Ethanol-Produktion abgezogen wird, um damit den margenstärkeren Rohzucker zu produzieren.

Der zweite strategische Pairtrade, den wir im Agrarbereich umgesetzt haben, besteht aus einer Long-Position in Baumwolle und einer Short-Position bei Sojabohnen. Wie unten ausgeführt wird, halten wir Sojabohnen aus fundamentaler und technischer Sicht für eine klare Verkaufsposition. Die Long-Position in Baumwolle ist darin begründet, dass der Rohstoff im kommenden Marketingjahr 2009/10 global und in den USA im Defizit sein wird. Das Stocks-to-Use-Ratio wird in den USA nach unserer Prognose von 40,8% auf knapp 20% fallen. Zudem bestehen immer noch erhebliche Angebotsrisiken in den USA. Die im letzten Ackerflächenbericht des USDA angegebene Anbaufläche von mehr als 9 Mio. Acres scheint uns angesichts der relativen Preis- und Wetterentwicklung tendenziell überzogen. Das zu trockene Wetter im US-Hauptanbaustaat Texas dürfte darüber hinaus für einen geringeren durchschnittlichen Ertrag pro Flächeneinheit sorgen als ursprünglich angenommen.

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Die taktischen Trades in unserem Outright-Portfolio brachten in der Summe eine leicht negative Performance von -0,5%. Die Verluste, die aus den Short-Positionen in Benzin, Aluminium und Zucker entstanden, konnten durch Gewinne aus taktischen Shorts bei Weizen, Kakao und Mais nicht ganz ausgeglichen werden. Bei Palladium wurde eine Long-Position eingenommen, die knapp 20 Basispunkte erbrachte. Diese Position wurde in einen strategischen Pairtrade long Palladium / short Aluminium überführt, den wir aufgrund der fundamentalen Perspektiven für sehr aussichtsreich halten (s.u.). Dieser Trade erzielte im Juni eine Performance von knapp 0,3%.





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