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Exporteinschränkungen Saudi-Arabiens lassen Ölpreis steigen

25.07.2017 | 11:04 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Bekundung Saudi-Arabiens, die August-Exporte um rund 600 Tsd. auf 6,6 Mio. Barrel täglich zu reduzieren, ließ die Ölpreise gestern und heute steigen. Vor allem dürfte Saudi-Arabien die Exporte in die USA und nach Europa reduzieren, aber zugleich mehr Rohöl nach Asien liefern. Dies macht zwar kurz- bis mittelfristig Sinn, wird aber längerfristig keinen bleibenden Preiseffekt haben. Es ist vielmehr ein doppelseitiges Schwert.

Nehmen wir z.B. die USA: Erhält das Land weniger Rohöl aus Saudi-Arabien und möglicherweise aus dem krisengeschüttelten Venezuela, würde dies zwar die Preise unterstützen. Den Preisanstieg würden aber die US-Schieferölunternehmen, die sich zuletzt mit der Ausweitung der Bohrungen und der Investitionen etwas zurückgehalten haben, sofort zu Absicherungszwecken nutzen und den Produktionsanstieg mittelfristig erneut beschleunigen.

Auf den asiatischen Märkten könnte Saudi-Arabien zwar Marktanteile zurückgewinnen. So hat China im Juni den vierten Monat in Folge mehr Rohöl aus Russland als aus Saudi-Arabien importiert. Doch höhere saudische Ölexporte nach China werden kaum langfristig zur Wiederherstellung des Gleichgewichts auf dem Ölmarkt beitragen. So dürfte sich das Ölnachfragewachstum Chinas laut Sinopec von 5,5% p.a. von 2010-15 auf lediglich 2,5% p.a. in den Jahren 2016-20 verlangsamen.

Deshalb wird sich der Kraftstoffüberschuss weiter stark erhöhen, wobei das Land letztendlich zum wichtigsten Ölverarbeiter und Kraftstoffexporteur wird. In der ersten Jahreshälfte hat China mit fast 330 Tsd. Barrel Diesel und über 220 Tsd. Barrel Benzin täglich bereits 21% bzw. 8% mehr als im Vorjahr exportiert.



Edelmetalle

Der Goldpreis legte gestern weiter zu. Mit fast 1.260 USD je Feinunze erreichte Gold den höchsten Stand seit vier Wochen bzw. mit 1.080 EUR je Feinunze seit 2½ Wochen. Auch die anderen Edelmetalle machten im Fahrwasser von Gold Boden gut.

Silber und Platin verzeichneten dabei ebenfalls mehrwöchige Höchststände. Gemäß Daten der chinesischen Zollbehörde hat China im Juni mit 5,24 Tonnen im Vergleich zum Vormonat zwar deutlich weniger Platin importiert, im Vergleich zum Vorjahr aber gut 11% mehr.

Die Einfuhren von Palladium lagen mit 1,55 Tonnen sowohl über dem Vormonats- als auch deutlich über dem Vorjahresniveau. Im ersten Halbjahr wurden gemäß der Zollstatistik 41 Tonnen Platin und 9,3 Tonnen Palladium importiert. Dies war 14% mehr Platin und 22% weniger Palladium. Die höheren Platinimporte gaben dem Platinpreis ebenso wenig Auftrieb wie die geringeren Palladiumeinfuhren den Palladiumpreis bremsten. Während sich Platin im ersten Halbjahr nur um 2,7% verteuerte, legte Palladium um 24% zu.

Anglo American Platinum, der weltweit größte Platinminenproduzent, erwartet in diesem Jahr einen Angebotsüberschuss der Platinmetalle, da die Nachfrage zurückgehen würde. Konkret sprach das Unternehmen im Rahmen seiner Halbjahresberichterstattung von fallenden Verkäufen von Dieselfahrzeugen in Europa und von einem sich abschwächenden chinesischen Schmuckmarkt. Zugleich würden aber noch große Mengen Platinmetalle produziert werden, obwohl etwa zwei Drittel der Branche Verluste machen würde.


Industriemetalle

Kupfer steigt heute Morgen auf ein 5-Monatshoch von über 6.100 USD je Tonne und zieht die anderen Industriemetalle mit nach oben. Die Metalle werden offenbar von der anhaltend guten Stimmung der Marktteilnehmer getragen. Der Optimismus scheint uns aber übertrieben, denn gerade am Kupfermarkt ist die Angebotslage derzeit entspannt (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern). Auch dürfte der Preisanstieg stark spekulativ getrieben sein. Die LME veröffentlicht heute neue Daten zur Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer.

Wie aus der gestern veröffentlichten detaillierten Handelsstatistik Chinas hervorgeht, hat China im Juni 28% mehr Zinkraffinade als im Vorjahr importiert (41,7 Tsd. Tonnen). Dem liegt offenbar eine robuste Nachfrage zugrunde, da per Ende Juni die Zinkvorräte in den Lagerhäusern der SHFE auf das niedrigste Niveau seit über acht Jahren abgebaut wurden. D

ie chinesischen Händler haben aber wohl auch verstärkt auf Zinkraffinade zurückgegriffen, da offenbar weniger Zinkkonzentrat zur Verfügung stand. Zwar lagen die Einfuhren von Zinkkonzentrat mit gut 172 Tsd. Tonnen deutlich über dem Vorjahresniveau, dies war aber die geringste Menge seit Oktober. Betrachtet man allerdings das erste Halbjahr als Ganzes, ergibt sich ein anderes Bild: In den ersten sechs Monaten des Jahres hat China deutlich weniger Zinkraffinade und deutlich mehr Zinkkonzentrat als im vergleichen Vorjahreszeitraum importiert.


Agrarrohstoffe

In dieser Jahreszeit prägen vor allem die Wettervorhersagen das Geschehen auf den Agrarmärkten. Deshalb überrascht es nicht, dass die Aussicht auf kühlere Temperaturen und einige Regenfälle in den USA, dem weltweit wichtigsten Getreideexporteur, Ängste vor einer großflächigen Trockenheit wieder verschwinden und die Getreidepreise fallen lassen. Doch ganz unbemerkt ist die jüngste Hitze nicht am Zustand der Pflanzen vorbeigegangen.

So schätzt das USDA, dass sich der Zustand der Sojabohnen zuletzt weiter verschlechtert hat, wobei nur 57% davon in einem guten oder sehr guten Zustand seien, im Vergleich zu 61% in der Vorwoche und 71% im Vorjahr. Da gleichzeitig die jüngsten US-Sojaexporte mit rund 600 Tsd. Tonnen auf den höchsten Stand seit April gestiegen sind und das brasilianische Agrarministerium mit einer geringeren Ernte in der Saison 2017/18 rechnet, haben die Sojabohnenpreise angezogen.

Nicht eindeutig ist die Situation bei Weizen. Zwar haben sich die Ängste vor einer Dürre in den USA nicht bewahrheitet. Doch befinden sich aktuell lediglich 33% des Sommerweizens in den USA in einem guten oder sehr guten Zustand, im Vergleich zu 68% im Vorjahr. In Indien verläuft zwar die Monsun-Saison bislang sehr gut, wobei die Regenfälle per gestern 4% über dem Durchschnitt lagen, was für eine sehr gute Ernte spricht. Doch dürfte Indien auch in diesem Jahr laut dem Getreidehändler COFCO 3 bis 4 Mio. Tonnen Weizen wegen der günstigeren Preise auf den internationalen Märkten einkaufen.


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