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Palladium so teuer wie nie zuvor

03.01.2018 | 11:12 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Ölpreise schlossen gestern nach einem anfänglichen Anstieg auf ein neues 2½-Jahreshoch leicht im Minus. Brent handelt am Morgen bei 66,5 USD je Barrel, WTI bei 60,4 USD je Barrel. Die gewalttätigen Unruhen im Iran hatten laut Angaben von Vertretern der dortigen Ölindustrie bislang keinen Einfluss auf die Ölproduktion und die Öllieferungen des Landes. Sollten die USA neue Sanktionen verhängen oder gar das Atomabkommen zur Disposition stellen, würde sich die Situation allerdings ändern. Dies rechtfertigt u.E. zwar eine gewisse Risikoprämie auf den Ölpreis.

Das aktuelle Preisniveau dürfte diese aber bereits mehr als ausreichend abbilden. Mit der Wiederinbetriebnahme der Forties-Pipeline in der Nordsee ist zudem ein wesentlicher Grund für den Preisanstieg Ende letzten Jahres entfallen. Wir sehen daher Korrekturpotenzial, spätestens wenn die Rohöllagerbestände in den USA wieder steigen. Damit ist im ersten Quartal zu rechnen. In den letzten fünf Jahren kam es in den ersten drei Monaten des Jahres zu einem Lageraufbau von durchschnittlich ca. 50 Mio. Barrel.

Die russische Ölproduktion ist 2017 laut Energieministerium auf ein Rekordniveau von durchschnittlich 10,98 Mio. Barrel pro Tag gestiegen. Sie lag damit nur unwesentlich höher als im Vorjahr. 2016 stieg die Produktion im Jahresvergleich noch um 240 Tsd. Barrel pro Tag. Im Dezember lag die Fördermenge bei 10,95 Mio. Barrel pro Tag und somit etwas unter dem Jahresdurchschnitt. Russland hält sich also weiter an das Kürzungsabkommen.


Edelmetalle

Unterstützt durch den schwachen US-Dollar haben die Edelmetallpreise über Nacht weiter kräftig angezogen. Gold stieg zwischenzeitlich auf ein 3½-Monatshoch von 1.320 USD je Feinunze und näherte sich in Euro gerechnet wieder der Marke von 1.100 EUR je Feinunze. Das Edelmetall der Stunde bleibt aber Palladium. Es sprang gestern um 3% bzw. gut 30 USD nach oben und beendete den Handel auf einem Rekordniveau von etwas über 1.095 USD je Feinunze. Das bisherige Rekordhoch wurde im Januar 2001 verzeichnet.

Palladium hatte sich bereits im letzten Jahr um 56% verteuert und wies damit die beste Preisentwicklung unter den Rohstoffen auf, die wir beobachten. 2016 stand ein Plus von 21% zu Buche. Vom Mehrjahrestief Mitte Januar 2016 hat sich Palladium mehr als verdoppelt. Angetrieben wird das hauptsächlich in der Automobilindustrie verwendete Edelmetall wohl weiter durch Sorgen über eine anhaltende Knappheit bzw. vor einem weiteren Jahr mit Angebotsdefizit. Hierzu trägt nach wie vor der Diesel-Skandal bei, der zu einer hohen Nachfrage nach Autos mit Benzinmotoren geführt hat.

Heute Abend werden in den USA die Fahrzeugabsätze für Dezember veröffentlicht. Möglicherweise wurde Palladium schon im Vorfeld in Erwartung guter Daten gekauft. Unterstützung erhält der Palladiumpreis auch weiterhin seitens der spekulativen Finanzinvestoren, deren Netto-Long-Positionen fast auf Rekordhoch liegen. Abflüsse aus den Palladium-ETFs - im letzten Jahr waren es 380 Tsd. Unzen, im Jahr davor knapp 640 Tsd. Unzen und 2015 sogar fast 730 Tsd. Unzen - spielen dagegen offenbar keine Rolle.



Industriemetalle

Nach einem gemischten Jahresauftakt gestern - Blei legte zum Beispiel um 3,3% zu, Nickel gab dagegen um 1,1% nach - befinden sich im frühen Handel heute Morgen alle Metallpreise im Minus. Kupfer notiert wieder unter 7.200 USD je Tonne. In Chile ist die Kupferproduktion weiter auf Expansionskurs. Wie die nationale Statistikbehörde INE kurz vor Jahresschluss mitteilte, wurden im November knapp 506 Tsd. Tonnen Kupfer produziert, 4,8% mehr als im Vorjahr.

Zurückzuführen ist dies auf eine Ausweitung der Produktion in der "Escondida"-Mine, der weltweit größten Kupfermine. Dort wurde eine erneuerte Verarbeitungsanlage wieder in Betrieb genommen. Wegen des langen Streiks im Frühjahr 2017 liegt die chilenische Kupferproduktion insgesamt mit 5,046 Mio. Tonnen aber noch 1,4% unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Der Rückstand wird auch nicht mehr vollständig aufgeholt werden können. In diesem Jahr soll die Kupferproduktion laut Aussagen der chilenischen Kupferkommission Cochilco dank neuer Verarbeitungskapazitäten in der "Escondida"-Mine auf 5,755 Mio. Tonnen gesteigert werden.

Allerdings könnte dies ein steiniger Weg werden, denn für die Arbeiter in der "Escondida"-Mine muss bis Mitte des Jahres ein neuer Tarifvertrag ausgehandelt werden. Daneben laufen in einigen weiteren großen Kupferminen in Chile in diesem Jahr die Tarifverträge aus. Aufgrund einer Änderung des chilenischen Arbeitsrechts im letzten Jahr sind die Arbeiter bzw. Gewerkschaften nun besser gestellt, was für harte Verhandlungen spricht.


Agrarrohstoffe

Kaffee Arabica verteuerte sich am ersten Handelstag des neuen Jahres um gut 3% und verzeichnete damit den stärksten Tagesanstieg seit mehr als fünf Monaten. Mit 130,65 US-Cents je Pfund wurde zwischenzeitlich das höchste Niveau seit Mitte Oktober erreicht. Kurz vor Weihnachten kostete Kaffee noch 120 US-Cents. Der Preisanstieg dürfte maßgeblich auf Eindeckungen von Short-Positionen zurückzuführen sein.

Laut aktueller CFTC-Statistik hielten die spekulativen Finanzanleger Ende Dezember in Erwartung einer hohen brasilianischen Ernte und anhaltend niedriger Preise rekordhohe Netto-Short-Positionen von 60,8 Tsd. Kontrakten. Hinzu kam ein deutlich aufwertender Brasilianischer Real, der sich gegenüber dem US-Dollar innerhalb eines Tages um 1,5% verteuerte und auf dem höchsten Niveau seit vier Wochen notiert. Dadurch ist es für die brasilianischen Exporteure weniger attraktiv, Ware zum Verkauf anzubieten.

Geringere Kaffeelieferungen aus Brasilien würden zu einem Abbau der sehr hohen Bestände in den Verbrauchsländern führen. Dies gilt erst recht, sollten die hochgesteckten Erwartungen an die kommende Kaffeeernte in Brasilien nicht erfüllt werden. Wir erwarten für das Jahr 2018 einen Preisanstieg bei Kaffee Arabica auf 145 US-Cents bis zum Jahresende. Der Rohzuckerpreis legte trotz des festen Real gestern dagegen "nur" um 1% auf 15,3 US-Cents je Pfund zu, obwohl dieser die Zuckerproduktion ebenfalls weniger attraktiv macht.


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