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Rohstoffe: Neues Jahreshoch!

22.03.2019 | 16:04 Uhr | Schallenberger, Frank, LBBW
Die Rohstoffe haben in den letzten Tagen weiter zugelegt und der Bloomberg Commodity Index (Spot) hat die Marke von 350 Punkten überwunden und damit ein neues Jahreshoch markiert! Der Aufschwung erstreckte sich zuletzt auf alle Sektoren des Rohstoffmarkts. Seit Anfang des Jahres liegen WTI (+29%), RBOB Benzin (+27%) sowie Brent (26%) bei der Performance im Universum des Bloomberg Commodity Index ganz vorne. Die stärksten Preisabschläge im laufenden Jahr waren bisher bei Weizen (-8%), Kaffee und KCBT Weizen (jeweils -10%) zu verzeichnen.


Quellen: Refinitiv, LBBW Research


Marktkommentar: Neuer Anlauf bei Gold?

Der Goldpreis hat zuletzt wieder angezogen und sich von der Marke von 1.300 USD lösen können. Der Impuls zu steigenden Preisen am Goldmarkt kam dabei von der Fed. Denn die Notenbanker überraschten die Märkte in dieser Woche mit einer "dovishen" Botschaft. Die neuen Leitzinsprojektionen sehen nunmehr unveränderte Leitzinsen bis Ende 2019 und eine Zinsanhebung im Jahr 2020 vor. Bisher waren zwei Zinsschritte im Jahr 2019 (plus eine Anhebung im kommenden Jahr) avisiert. In den neuen Projektionen liegt der Leitzinsgipfel mithin einen halben Prozentpunkt tiefer als in jenen vom Dezember 2018.

Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen sanken nach der Entscheidung auf ein neues Jahrestief bis auf rund 2,50%. Für den Goldpreis bedeutet dies, dass die Konkurrenz von der Anleihenseite in Form attraktiver Renditen deutlich kleiner geworden ist! Entsprechend ging es mit den Notierungen nach oben! Nach dem Fed-Entscheid erreichte Gold mit gut 1.320 USD den höchsten Stand seit Ende Februar. Möglicherweise hat die Fed damit den Startschuss für einen neuen Anlauf auf den Widerstand bei 1.350 USD gegeben. Denn auch die Stabilisierung der Wechselkurse wichtiger Gold-Importeure spricht für höhere Gold-Preise.

Sowohl die Türkische Lira als auch die Indische Rupie scheinen den Schwächeanfall des ersten Halbjahrs 2018 vorerst überwunden zu haben. Immerhin gingen die Gold-Importe in der Türkei im vergangenen Jahr um 40% auf 200 Tonnen zurück - in Indien lagen die Einfuhren nur noch bei gut 720 Tonnen (-18% ggü. 2017). Beide Länder könnten im laufenden Jahr bei verbesserten Währungsrelationen bei den Importen wieder etwas zulegen. Und schließlich scheint der Appetit der Notenbanken auf das Edelmetall momentan sehr groß zu sein.

Die Notenbanken kauften im Schlussquartal 2018 insgesamt 195 Tonnen Gold! Alleine Russland hat 66 Tonnen Gold erworben - daneben traten Länder wie Ungarn (28 Tonnen), Polen und Indien (12 Tonnen) sowie China (10 Tonnen) als Käufer auf. Unter dem Strich erwarben die Notenbanken im letzten Jahr das Rekord-Volumen von 571 Tonnen - ein Plus von fast 60% gegenüber dem Vorjahr (360 Tonnen).

Den ersten Impuls für steigende Goldpreise hat in dieser Woche die Fed gegeben. Mit einem weiteren Impuls könnte es spannend am Goldmarkt werden. Sollte sich z.B. demnächst die Stimmung an den Aktienmärkten wieder etwas eintrüben, wäre der nächste Test des Widerstands bei 1.350 USD vorprogrammiert!


Quellen: Refinitiv, LBBW Research



Quellen: Refinitiv, LBBW Research



Quellen: Refinitiv, LBBW Research


© Dr. Frank Schallenberger
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.
 
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