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OPEC macht gute Miene zum bösen Spiel

24.07.2017 | 11:25 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Heute trifft sich in Sankt-Petersburg das Beobachtungskomitee der OPEC- und Nicht-OPEC-Ölproduzentenländer (JMMC), um über die Einhaltung der Förderdisziplin zu beraten. Durch diese häufigen Treffen, die meist ergebnislos verlaufen, hat man fast das Gefühl, dass die Ölproduzenten dadurch selbst die Ölnachfrage steigen lassen möchten. Doch während ihnen die Wiederherstellung des Gleichgewichts auf dem Ölmarkt wohl eher schlecht als recht gelingt, schüren sie vor allem die Erwartungen steigender Preise.

So berichtet die CFTC, dass die spekulativen Finanzanleger in der Woche zum 18. Juli ihre Netto-Long-Positionen um über 52 Tsd. Kontrakte bzw. 33% auf den höchsten Stand seit April erhöht haben. Doch die starke Anlegernachfrage ist ein doppelseitiges Schwert, wie auch die Preisbewegungen in den letzten Monaten gezeigt haben: Wird es der OPEC nicht gelingen, den Markt von einer baldigen (nachhaltigen) Einengung des Angebots zu überzeugen, dürften sich die Anleger wieder aus dem Markt verabschieden und den Ölpreis stark unter Druck bringen.

Vom JMMC erwarten wir dabei "gute Miene zum bösen Spiel", weil es erneut die Gefahren einer bröckelnden Förderdisziplin innerhalb der OPEC runterspielen wird. So wollen Libyen und Nigeria, die durch starke Produktionsanstiege bereits die Hälfte der vereinbarten OPEC-Kürzung "kompensiert" haben, ihre Produktion zunächst noch weiter ausweiten, bevor sie sich am Abkommen beteiligen. Dadurch wird das Abkommen immer mehr zu einer Farce, bestand doch sein Sinn im freiwilligen Verzicht auf Mehrproduktion. Wir bleiben weiterhin skeptisch.


Edelmetalle

Gold ist weiter auf Erholungskurs und handelt zum Wochenauftakt bei rund 1.255 USD je Feinunze. Am Freitag überschritt Gold die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie, was zu technisch bedingten Anschlusskäufen führte. Eine Woche zuvor wurde bereits die 200-Tage-Linie überwunden. Unterstützt wird Gold auch weiter vom anhaltend schwachen US-Dollar, der gegenüber dem Euro auf ein neues 2-Jahrestief fällt. Auch gegenüber anderen Währungen verliert der US-Dollar weiter an Boden, denn auf handelsgewichteter Basis fällt die US-Währung auf ein 13-Monatstief.

Gold in Euro gerechnet profitiert aufgrund der Währungsentwicklung nicht und handelt weiter bei rund 1.075 EUR je Feinunze. Die spekulativen Finanzanleger haben ihren fünfwöchigen Rückzug bei Gold beendet und in der Woche zum 18. Juli wieder moderat Netto-Long-Positionen aufgebaut. Die ETF-Investoren wollen dagegen offenbar noch nicht so richtig auf den fahrenden Zug aufspringen. Denn die tags zuvor aufgebauten Bestände wurden am Freitag sofort wieder abgebaut.

Silber wird von Gold mit nach oben gezogen und notiert zu Wochenbeginn bei 16,5 USD je Feinunze. China hat gemäß Daten der Zollbehörde im Juni rund 330 Tonnen Silber importiert, 34% mehr als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr wurden demnach 1.984 Tonnen Silber eingeführt, 37% mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dies waren die höchsten Silberimporte in einem ersten Halbjahr seit sieben Jahren.



Industriemetalle

Die Metalle zeigen sich nach Preiszuwächsen in der letzten Woche auch zum Auftakt der neuen Handelswoche fest. Dabei gibt der schwache US-Dollar den Preisen Auftrieb. Unterstützung erhalten diese auch von freundlichen chinesischen Aktienmärkten. Eine Tonne Kupfer kostet weiterhin mehr als 6.000 USD, Zink handelt bei knapp 2.800 USD je Tonne und Nickel steigt auf über 9.600 USD je Tonne. Der Preisanstieg der Metalle ist nach wie vor stark spekulativ getrieben. Dies zeigt die aktuelle CFTC-Statistik zur Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer am Beispiel Kupfer.

In der Woche zum 18. Juli wurden die Netto-Long-Positionen von Kupfer an der Comex in New York um 12% auf ein 5-Monatshoch von 74,1 Tsd. Kontrakten ausgeweitet. In der Beobachtungsperiode stieg der Kupferpreis erstmals seit 4½ Monaten wieder über die Marke von 6.000 USD je Tonne. Die derzeitige Nachrichtenlage gibt unseres Erachtens allerdings wenig Anlass, auf steigende Kupferpreise zu setzen. So hatte der inzwischen beendete landesweite Streik in Peru laut Angaben des Minenverbands keine Auswirkungen auf die Produktion.

Nur wenige Arbeiter hatten demnach gestreikt. In der "Grasberg"-Mine in Indonesien werden die seit Anfang Mai andauernden Proteste zwar um einen weiteren Monat bis Ende August verlängert, aber auch dies hat laut Angaben des Minenbetreibers keine gravierenden Auswirkungen auf die Produktion. Und die International Copper Study Group berichtete für den globalen Kupfermarkt für Januar bis April einen hohen saisonbereinigten Angebotsüberschuss von 117 Tsd. Tonnen.


Agrarrohstoffe

Während die Preise für Robusta-Kaffee schon länger im Aufwind sind, haben auch die Arabica-Preise jüngst gedreht und binnen eines Monats über 10% zugelegt. Die geringere Ernte und Exporte aus Brasilien, dem Hauptproduzentenland, gepaart mit einer jüngsten Aufwertung des Brasilianischen Real dürften die Preise weiter unterstützen. Auch die anhaltende Skepsis kurzfristig orientierter Finanzanleger spricht aus unserer Sicht für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung.

Die Skepsis der Finanzanleger bei Kakao ist zwar auch verständlich. Denn ein zu erwartender massiver Anstieg der Ernte in der Elfenbeinküste und die hohen Börsenlagerbestände haben Ängste vor weiter fallenden Preisen geschürt und die höchsten physischen Einlieferungen in den zuletzt ausgelaufenen Juli-Kontrakt seit 2010 bewirkt. Doch diese Ängste scheinen unseres Erachtens bereits in den Preisen eskomptiert, weil die spekulativen Netto-Short-Positionen mit 56,7 Tsd. Kontrakten auch ein neues Rekordhoch erreicht haben.

Wir gehen davon aus, dass der Markt die Gefahren auf der Produzentenseite, wie zum Beispiel den schwächeren US-Dollar, die fehlenden Investitionen, die niedrigen Einkaufspreise und eine schwache finanzielle Lage der Farmer sowie mögliche poilitische Spannungen in der Elfenbeinküste nicht berücksichtigt. Wir erwarten in den kommenden Monaten tendenziell steigende Kakaopreise.


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