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Frohes Neues Jahr 2018!

02.01.2018 | 11:18 Uhr | Weinberg, Eugen, Commerzbank AG
Energie

Die Ölpreise starten mit leichten Zuwächsen in das neue Jahr, nachdem sie in den letzten beiden Wochen des alten Jahres kräftig zulegten. Brent steigt auf 67 USD je Barrel, WTI auf 60,5 USD je Barrel. Höher notierten die beiden Ölsorten zuletzt Mitte 2015. Das Jahr 2017 schloss Brent mit einem Plus von 18% ab. WTI verteuerte sich im Jahresverlauf um 13%. Begünstigt wurde der Preisanstieg bis Weihnachten durch spekulative Käufe.

Die Netto-Long-Positionen der spekulativen Finanzanleger bei Brent stiegen in der Woche zum 26. Dezember deutlich und erreichten mit 556.619 Kontrakten ein neues Rekordniveau. Die Forties-Pipeline hat zum Jahreswechsel wieder ihren Betrieb aufgenommen und inzwischen wieder die volle Einsatzfähigkeit erreicht. Der Pipelinebetreiber Ineos hat daraufhin die "force majeure"-Klausel für Lieferungen von Forties-Öl aufgehoben. Dass der Brentölpreis darauf nicht mit Abschlägen reagiert, dürfte an den zunehmend gewalttätigen Unruhen im Iran liegen.

Es wird befürchtet, dass bei einer weiteren Eskalation auch die Öllieferungen beeinträchtigt werden könnten. Der Iran produziert ca. 3,8 Mio. Barrel Rohöl pro Tag und ist damit der drittgrößte Produzent der OPEC. In den USA hat sich der Abbau der Rohölvorräte fortgesetzt. Die Rohölbestände verringerten sich in den beiden Berichtswochen vor Weihnachten um weitere 11 Mio. Barrel.

In der letzten Woche des Jahres dürfte es einen weiteren kräftigen Lagerabbau gegeben haben, um Steuern zu sparen. Denn in einigen US-Bundesstaaten werden Steuern fällig, die sich an der Höhe der Lagerbestände am Jahresende bemessen.



Edelmetalle

Neben den Industriemetallen hat auch Gold seit Mitte Dezember deutlich zugelegt und die Verluste der ersten Monatshälfte mehr als wettgemacht. Unterstützung erhielt es dabei vom schwachen US-Dollar, der deutlich abwertete. Der handelsgewichtete Dollar-Index war Ende letzten Jahres auf ein 3-Monatstief gefallen. Das Überschreiten der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie und kurze Zeit später auch der 100-Tage-Linie gab Gold zusätzlichen Auftrieb. Das gelbe Edelmetall übersprang daher wieder die psychologisch wichtige Marke von 1.300 USD je Feinunze und handelt zum Jahresauftakt auf einem 3-Monatshoch.

Auch die spekulativen Finanzanleger spielten beim jüngsten Preisanstieg eine Rolle. Sie haben gemäß CFTC-Statistik ihre Netto-Long-Positionen seit Mitte Dezember um über 40% auf 107,8 Tsd. Kontrakte ausgeweitet. In Euro gerechnet fällt der Preisanstieg von Gold wegen der abwertenden US-Währung nicht ganz so stark aus. Gold in Euro kostet zum Jahresauftakt 1.090 EUR je Feinunze, so viel wie zuletzt Ende November. Nicht auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind die ETF-Investoren. Sie hielten ihre Bestände zuletzt konstant.

Im letzten Jahr verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs Zuflüsse von 230 Tonnen und somit nicht einmal halb so viel wie im Jahr zuvor.

Im Fahrwasser von Gold zog auch Silber deutlich an und legte überproportional zu. Zum Jahresauftakt notiert es oberhalb von 17 USD je Feinunze. Palladium macht da weiter, wo es aufgehört hat: Es steigt auf knapp 1.080 USD je Feinunze, den höchsten Stand seit fast 17 Jahren.


Industriemetalle

Nach dem fulminanten Ende 2017 starten die Metallpreise noch mit angezogener Handbremse in das neue Börsenjahr. Kupfer handelt bei knapp 7.300 USD je Tonne fast auf einem 4-Jahreshoch, nachdem es in der Woche vor Weihnachten die 7.000 USD-Marke übersprang und das Jahr mit einem Plus von 31% beendete. Damit war Kupfer jedoch nicht das "beste" Industriemetall 2017. Es reichte "nur" für Platz 2 - hinter Aluminium. Das Leichtmetall zog in einem Schlussspurt noch an Kupfer vorbei. Mit fast 2.300 USD je Tonne erreichte es zum Jahresende nicht nur den höchsten Stand seit März 2012, sondern es legte im letzten Jahr damit auch um 34% zu.

Wir führen dies auf technische Käufe zurück, nachdem im Dezember die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie mehrfach getestet wurde und gehalten hatte. Anschließend zog Aluminium innerhalb von zwei Wochen um fast 300 USD je Tonne an. Auch die spekulativen Finanzanleger setzten zum Jahresende hin wieder stark auf steigende Metallpreise, wie die CFTC-Statistik zeigt. So wurden bei Kupfer an der Comex in New York seit Mitte Dezember die Netto-Long-Positionen auf 99,7 Tsd. Kontrakte verdoppelt.

Die LME-Daten, die morgen veröffentlicht werden, dürften ein ähnliches Bild zeigen. Daten aus China legen nahe, dass die chinesische Industrie das letzte Jahr mit Stärke beendet hat. Der von Caixin erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) im Dezember ist entgegen den Erwartungen auf 51,5 gestiegen und hat mit dem offiziellen PMI fast gleichgezogen.


Agrarrohstoffe

Die Preise der meisten Agrarrohstoffe profitierten kaum von den kräftigen Preisanstiegen bei Rohöl, Edel- und Industriemetallen Ende 2017. Eine Ausnahme bildete Baumwolle. Diese verteuerte sich in den letzten 2½ Wochen spürbar. Ende Dezember erreichte der Preis 79,45 US-Cents je Pfund. Dies entsprach dem höchsten Niveau seit 7½ Monaten. Baumwolle schloss das Jahr 2017 mit einem Plus von 11% ab und weist damit die beste Preisentwicklung unter den von uns betrachteten Agrarrohstoffen auf. Der Preis profitierte Ende letzten Jahres von einer robusten Nachfrage nach US-Baumwolle.

Die US-Exporte erreichten in der Woche vor Weihnachten laut US-Landwirtschaftsministerium das bislang höchste Niveau im laufenden Erntejahr. Hier spielt wahrscheinlich auch die Schwäche des US-Dollar eine Rolle, wodurch Baumwolle aus den USA für internationale Käufer attraktiver wird. Hinzu kommen Abwärtsrevisionen der Ernteschätzungen für Indien, dem nach den USA zweitgrößten Baumwollexporteur weltweit.

Auch der Anstieg der Ölpreise dürfte den Preisanstieg bei Baumwolle begünstigt haben. Denn dadurch verteuern sich künstliche Fasern, die in Konkurrenz zu Baumwolle stehen. Die spekulativen Finanzanleger sind auf den Zug aufgesprungen und haben den Preisanstieg verstärkt. Die Netto-Long-Positionen bei Baumwolle haben sich laut CFTC seit Mitte November mehr als verdoppelt und liegen per 26. Dezember mit 101.738 Kontrakten nur knapp 5 Tsd. Kontrakte unter dem im Mai 2017 verzeichneten Rekordniveau.


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