Ölpreise brechen um über 4% ein, nachdem USA & Iran Friedensabkommen erzielen und die Straße von Hormus wieder öffnen
Die internationalen Ölpreise sind zu Beginn des Handels am Montag drastisch eingebrochen, nachdem eine historische politische Wende verkündet wurde. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gaben die Preise für die globalen Benchmarks deutlich nach: Die Terminkontrakte für die Nordseesorte Brent fielen um 4,02% auf 83,82 US-Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) einen Rückgang von 4,63% verzeichnete und bei 80,95 US-Dollar notierte. Auslöser für den drastischen Preissturz war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump und dem stellvertretenden iranischen Außenminister, dass ein Abkommen zur Beendigung des Krieges und zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die strategisch wichtige Straße von Hormus erzielt wurde.Im Zentrum der durch Reuters veröffentlichten Details steht ein Entwurf für eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding), der bereits am kommenden Freitag in der Schweiz offiziell unterzeichnet werden soll. Zu den Kernpunkten gehört die sofortige Wiederöffnung der Straße von Hormus für alle Handelsschiffe durch den Iran. Im Gegenzug haben sich die Vereinigten Staaten dazu verpflichtet, ihre Seeblockade gegen iranische Häfen schrittweise innerhalb von 30 Tagen vollständig aufzuheben. Analysten zufolge führt diese geopolitische Entspannung dazu, dass die zuvor eingepreiste Risikoprämie für Rohöl im Markt nun rasant abgebaut wird.
Das Abkommen umfasst zudem weitreichende finanzielle Zugeständnisse und wirtschaftliche Erleichterungen. Die USA gewähren dem Iran vorübergehende Ausnahmeregelungen von den Öl-Sanktionen, was es Teheran erlaubt, wieder Rohöl zu exportieren und Einnahmen zu generieren, während bis zu einer endgültigen Vereinbarung keine neuen Sanktionen verhängt werden. Darüber hinaus stimmte Washington der Freigabe von eingefrorenen iranischen Vermögenswerten im Wert von 25 Milliarden US-Dollar zu. Gemeinsam mit regionalen Verbündeten soll zudem innerhalb von 60 Tagen ein umfassender Wiederaufbau- und Entwicklungsplan für den Iran ausgearbeitet werden.
Auf der politischen und strategischen Ebene sieht der Entwurf vor, dass der Iran sich verpflichtet, weder Atomwaffen zu produzieren noch zu erwerben. Nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung haben beide Parteien ein Zeitfenster von 60 Tagen, um die verbleibenden Details auszuhandeln, bevor ein endgültiger Vertrag in Kraft tritt. Während Marktbeobachter vorerst mit anhaltenden Unsicherheiten im Rahmen der kommenden Verhandlungen – insbesondere bezüglich des Atomprogramms – rechnen, reagierten die weltweiten Aktienmärkte, insbesondere in Asien, mit massiven Kursgewinnen auf die Aussicht stabilerer globaler Lieferketten.
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