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Basismetalle: Aluminium

04.03.2013  |  Achim Wittmann (LBBW)
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Angesichts tendenziell steigender Energiekosten dürfte für die Aluminiumhütten von dieser Seite keine große Entlastung zu erwarten sein. Als zunehmender Engpass könnte sich darüber hinaus die Versorgungslage bei den Vorprodukten Bauxit und Alumina erweisen. Während China bei Aluminium eine relativ ausgeglichen Bilanz hat, ist das Reich der Mitte Nettoimporteur von Bauxit und Alumina. Der Expansionsdrang der Chinesen könnte zusammen mit den Exportbeschränkungen Indonesiens, einem der größten Bauxitexporteure, zukünftig für ein knapperes Angebot der beiden Vorprodukte und damit tendenziell steigende Preise sorgen. Insgesamt sollte der Druck auf der Kostenseite anhalten und die Anbieter bei gleichbleibendem Preisniveau dazu veranlassen, weitere Kapazitäten aus dem Markt zu nehmen.

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Angebot steigt 2013 weiter

Ungeachtet der unbefriedigenden Ertragslage vieler Produzenten wird die globale Aluminiumproduktion jedoch allen Anzeichen nach im laufenden Jahr wieder deutlich zunehmen. So wird es Marktberichten und Angaben der großen Produzenten zufolge zwar auch 2013 Angebotskürzungen in der Größenordnung des vergangenen Jahres geben. Dagegen steht jedoch der planmäßige Aufbau von 3,5 bis 5,5 Mio. t neuer Produktionskapazitäten. Mehr als 50% davon entfallen auf China.

Daneben wird das Angebot insbesondere in Indien, dem Mittleren Osten, Malaysia und Russland ausgebaut. Insgesamt rechnen wir für das laufende Jahr mit einer Zunahme der weltweiten Aluminiumproduktion um etwa 3,2 Mio. t bzw. 7,5%. Danach ergäbe sich für 2013 ein Angebotsüberschuss in der Größenordnung von 0,6 Mio. t. Im Hinblick auf die Gesamtgröße des Aluminiummarktes kann man dabei durchaus von einer relativ ausgeglichenen Marktbilanz sprechen.

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Hohe Prämien trotz beträchtlicher Lagerbestände

Der Aluminiumbestand in den weltweiten LME-Lagerhäusern hat Ende 2012 mit über 5 Mio. t einen neuen historischen Höchststand erreicht. Im Zuge der Finanzkrise hatten sich die Lagerbestände im Jahr 2009 auf über 4 Mio. t mehr als verdoppelt und sind angesichts der weltweiten Angebotsüberschüsse in den letzten Jahren weiter gewachsen. Setzt man die Bestände in Relation zur Nachfrage hat sich das Niveau jedoch zuletzt stabilisiert. Eine deutliche Diskrepanz gibt es bezüglich der hohen Lagerbestände und der physischen Verfügbarkeit des Leichtmetalls. So sind derzeit rund 65% der Bestände im Zusammenhang mit Finanzierungsgeschäften gebunden.

Angesichts der niedrigen Zinsen und des Contangos bei den Terminkurven sind die Anreize so genannter Cash and Carry Deals für Investoren derzeit hoch. Darüber hinaus sorgen Auslieferungsengpässe bei den Lagerhäusern für physische Knappheit. Ein vergleichsweise hoher Anteil der weltweiten Bestände liegt in LME-registrierten Warenhäusern. Davon entfallen rund 45% auf die zwei Standorte Detroit in den USA und Vlissingen in den Niederlanden. Dass die hohen Lagerbestände dem Markt somit teilweise nicht bzw. nur mit zeitlichen Verzögerungen zur Verfügung stehen, ist erkennbar an den Prämien, die in den USA Ende 2012 bei 248 USD/t und in Europa bei 285 USD/t lagen und damit ebenfalls historische Hochs markierten.

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Fazit

Im Hinblick auf die geplanten Kapazitätserweiterungen erwarten wir auch für das laufende Jahr trotz robustem Nachfragewachstum einen Angebotsüberschuss auf dem globalen Aluminiummarkt von rund 0,6 Mio. t. Angesichts der Gesamtgröße des Marktes kann man dabei von einer re-ativ ausgeglichenen Marktbilanz sprechen, was unterstützend auf die Preisentwicklung wirken sollte. Auf der anderen Seite ist bei diesem Szenario kein größerer Abbau der globalen Aluminiumbestände zu erwarten, was einen tendenziell dämpfenden Faktor darstellt.

Insgesamt sind die traditionellen Marktmechanismen derzeit allerdings aufgrund der beschriebenen Lagerhausproblematik und der Präsenz der Finanzinvestoren verzerrt. Mit Blick auf die Produktionskosten sollte, ausgehend vom derzeitigen Niveau, der Spielraum für sinkende Preise begrenzt sein. Insgesamt erwarten wir für LME-Aluminium Cash einen seitwärts- bis leicht aufwärtsgerichteten Trend. Unsere Prognose für das Jahresmittel liegt bei 2.150 USD/t.


© Achim Wittmann
Investmentanalyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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