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Basismetalle: Aluminium

04.03.2013  |  Achim Wittmann (LBBW)
Erholung nach 2 ½-Jahrestief

Der Mitte 2011 begonnene Abwärtstrend bei den Aluminiumpreisen hat sich im Jahr 2012 zunächst fortgesetzt und die Notierungen bis zur Jahresmitte auf ein 2½-Jahrestief bei rund 1.800 USD/t geführt. Auf diesem Niveau haben sich die Preise zunächst stabilisiert, bevor die Erholung an den Metallmärkten auch LME-Aluminium bis zum Jahresende wieder über die 2.000 USD-Marke steigen ließ. Damit ergab sich bei einem Jahresschlusskurs von 2.041 USD/t ein leichtes Plus von 2,3% gegenüber den Notierungen am Jahresende 2011. Im Jahresdurchschnitt lag der Aluminiumpreis mit 2.020 USD/t jedoch deutlich unterhalb des entsprechenden Vorjahreswertes von 2.400 USD/t.

Die Fundamentaldaten am Aluminiummarkt waren auch im Jahr 2012 geprägt von einem überschüssigen Angebot und rekordhohen Lagerbeständen, die einer besseren Preisentwicklung entgegenstanden. Andererseits hat sich die Dynamik des Angebotswachstums angesichts gestiegener Produktionskosten sowie niedrigerer Preise verringert. Schließlich dürfte ein nicht unwesentlicher Teil der globalen Aluminiumproduktion bei den derzeitigen Marktpreisen nicht profitabel sein, was dafür spricht, dass der preisliche Spielraum nach unten begrenzt sein sollte.


China treibt die Nachfrage weiter an

Nach Angaben der großen Produzenten Rusal und Alcoa lag das Wachstum der Aluminiumnachfrage im vergangenen Jahr auf Höhe des langjährigen Durchschnittswertes von rund 6%. Auch wenn die Wachstumsdynamik in China ge-genüber den Vorjahren etwas nachgelassen hat, blieb das Reich der Mitte mit einem geschätzten Wachstum von rund 9% für das Jahr 2012 der Impulsgeber für die Marktentwicklung. Auf China entfällt derzeit etwa 44% der globalen Aluminiumnachfrage.

In Europa (Anteil 14%) war der Alu-miniumverbrauch infolge der insgesamt schwächeren Wirtschaftsleistung leicht rückläufig. Der nordamerikanischen Markt, der für 12% des weltweiten Aluminiumbedarfs steht, zeigte im vergangenen Jahr mit einer Steigerungsrate von rund 5% ein sehr robustes Wachstum, was im Wesentlichen auf einer sehr guten Nachfrage aus dem Automobilsektor sowie gestiegenen Aktivitäten in der Bauwirtschaft beruhte.

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Positive Perspektiven für 2013

Für das laufende Jahr gehen wir davon aus, dass der Alumi-niumbedarf in China wieder zweistellig wächst. So sollte im Bausektor der im Rahmen des Konjunkturprogrammes beschlossene Ausbau der Infrastruktur die Aluminiumnachfrage beschleunigen, während der Bedarf im Transportsektor von den Automobilverkäufen profitieren dürfte. Diese haben in China zuletzt wieder die Marke von 20 Mio. Fahrzeugen (annualisiert) überschritten.

Kontinuierlich erholt hat sich seit der Finanzkrise auch der Automobilmarkt in den USA. Dort entfällt rund 40% der Aluminiumnachfrage auf den Transportsektor. Der Aluminiumanteil in amerikanischen Automobilen beträgt mittlerweile durchschnittlich etwa 150 kg pro Fahrzeug und soll Marktforschungsberichten zufolge in den nächsten Jahren weiterhin um rund 4% p.a. zunehmen. Der Häusermarkt in den USA hatte zuletzt ebenfalls positive Signale geliefert, so dass wir von einem insgesamt stabilen Nachfragewachstum auf dem nordamerikanischen Markt ausgehen. In Europa erwarten wir eine Stabilisierung der Nachfrage. Zusammenfassend rechnen wir für das Jahr 2013 mit einem Anstieg des globalen Aluminiumbedarfs um 7% auf knapp 49 Mio. t.


Produktionsrückgang außerhalb Chinas

Nach Angaben des International Aluminium Institutes (IAI) ist das globale Aluminiumangebot im vergangenen Jahr um 2,8% auf über 45 Mio. t gestiegen. Dabei ist die Produktion außerhalb Chinas um 2,9% zurückgegangen. Dies war zum einen die Folge einer außergewöhnlich hohen Anzahl von Produktionsstörungen und –ausfällen, die Aluminiumhütten in Afrika, Südamerika und Kanada betrafen. Zum anderen reduzierten zahlreiche Anbieter in Europa, Australien und den USA angesichts des niedrigen Preisniveaus und der hohen operativen Kosten ihre Kapazitäten.

Marktberichten zufolge summierte sich der Kapazitätsabbau im vergangenen Jahr auf insgesamt 1 bis 1,5 Mio. t. Unbeeindruckt von niedrigen Preisen und hohen Kosten zeigen sich weiterhin die chinesischen Anbieter. Sie produzierten im vergangenen Jahr erneut rund 11% mehr Aluminium als im Vorjahr. Der Anteil Chinas an der globalen Aluminiumproduktion hat sich damit von 20% im Jahr 2003 auf nunmehr 43% mehr als verdoppelt.

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Unbefriedigende Ertragslage bei den Anbietern

Nach Angaben mehrerer Hersteller arbeiten bei den derzeitigen Aluminiumpreisen rund ein Drittel der weltweiten Aluminiumhütten mit operativen Verlusten.

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Dies hat, wie bereits erwähnt, im vergangenen Jahr zu Kapazitätsanpassungen geführt. Dass diese nicht noch stärker ausgefallen sind, dürfte zum einen an der Subventionspolitik der chinesischen Regierung liegen. Zum anderen werden an den physischen Märkten derzeit rekordhohe Prämien gezahlt, die im vergangenen Jahr im Durchschnitt über 200 USD je Tonne lagen. Die Kostensituation dürfte die Anbieter auch weiterhin beschäftigen. Rund 30% der Herstellungskosten sind Energiekosten. Diese sind insbesondere bei den chinesischen Hütten sehr hoch, was dazu führt, dass sich diese im Wesentlichen in der oberen Hälfte der Kostenkurve bewegen.




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