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Nickelhausse auf wackligem Fundament

27.04.2010  |  Sven Streitmayer (LBBW)
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Erwartete Nachfragebelebung nimmt Gestalt an

Getragen von einer deutlichen Ausweitung der globalen Edelstahlproduktion weist die Nickelnachfrage nach drei rückläufigen Jahren in Folge derzeit wieder ein dynamisches Nachfragewachstum auf. So befindet sich die Herstellung von Edelstahl (als wichtigstem Nickelverbraucher) seit dem zweiten Halbjahr 2009 auf Erholungskurs. Nach Angaben des International Stainless Steel Forum, einem informellen Produzenten-Netzwerk, lag der weltweite Edelstahloutput im vierten Quartal 2009 (6,7 Mio. t) um knapp 40% über dem entsprechenden Vorjahreswert. Als Haupttreiber erwies sich im vergangenen Jahr einmal mehr China, mit einem Produktionszuwachs von 27% auf 8,8 Mio. t (Welt: 24,6 Mio. t, -5% Y/Y). Im laufenden Jahr dürften dagegen v.a. die USA und Westeuropa zu den Wachstumsmärkten zählen, wo die massiven Produktionskürzungen aus 2009 (-15% bzw. -23%) nun mit einiger Verzögerung zurück genommen werden. Damit dürfte die Edelstahlproduktion 2010 auch weltweit einen signifikanten Anstieg von etwa 10-15% verzeichnen.

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Angebotsentwicklung bleibt unter Erwartungen

Die andauernden Produktionsausfälle in den streikgeplagten Nickelminen Sudbury und Voisey´s Bay (Nr. 2 und Nr. 8 der weltgrößten Förderer) in Kanada sowie die erneute Verzögerung bei der Inbetriebnahme des Goro-Großprojektes in Neukaledonien (letzter Starttermin April 2010 bereits revidiert) haben im bisherigen Jahresverlauf zu einer deutlich schwächeren Angebotsentwicklung geführt, als wir dies ursprünglich erwartet hatten. Vor diesem Hintergrund mussten wir unsere Angebotsschätzung für 2010 um knapp drei Prozentpunkte ein gutes Stück weit nach unten korrigieren. In der Folge ist auch der erwartete globale Marktüberschuss auf nur noch etwa 15.000 t bzw. rund 1% des Weltverbrauchs zusammen geschrumpft. In den kommenden Monaten
wird das hohe Preisniveau u.E. gleichwohl zu zahlreichen Wiedereröffnungen von Minen (v.a. in Australien) führen und zugleich die Produktion von Nickel Pig Iron in China spürbar beschleunigen, weshalb der Nickelmarkt im Gesamtjahr weiterhin einen leichten Überschuss aufweisen sollte.


Fazit

Die physische Angebots-Nachfrage-Situation am Nickelmarkt stellt sich inzwischen deutlich enger dar, als dies noch zu Jahresbeginn zu erwarten war. An der Preisfront sorgten die Produktionsausfälle, gepaart mit dem starken Zufluss an spekulativen Geldern für ein Überschießen der Nickelnotierungen in ungeahnte Höhen, was wiederum entsprechende Angebotsreaktionen hervorrufen wird. Folgerichtig halten wir das aktuelle Preisniveau auf längere Sicht für nicht nachhaltig, weshalb wir an unserer bisherigen 12-Monatsprognose (21.000 USD/t) weiterhin festhalten. Um den kurzfristigen Entwicklungen Rechnung zu tragen, erhöhen wir jedoch unser Preisziel per Ende Juni 2010 auf nunmehr 25.000 USD/t.

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