Industriemetalle: Rückkehr der Rezessionsängste trübt Stimmung
LMEX mit deutlichem WochenverlustDie Basismetallnotierungen zeigten sich in der vergangenen Woche völlig unbeeindruckt von der freundlichen Stimmung an den anderen Rohstoffmärkten. Während der marktbreite Reuters/Jefferies CRB Index, getrieben von den deutlichen Preissteigerungen bei Rohöl und Gold um rund 2% zulegte, verzeichnete der Basismetallindex LMEX einen Wochenverlust von 4%. Die stärksten Einbußen erlitten die Metalle Zink (-11%), Nickel (-9%) und Blei (-8%). China wird seine Zinkproduktion im laufenden Jahr voraussichtlich um 20% auf über 3,8 Mio. Tonnen steigern und damit weiterhin signifikanter Netto-Exporteur des Metalls bleiben. Zusätzlich lastete die Nachricht über einen beschleunigten Lageraufbau in Europa und Asien auf dem Zinkpreis. An der LME gehandeltes Kupfer zur Lieferung in drei Monaten verbilligte sich im Wochenvergleich um knapp 4%. Damit stand die Preisentwicklung bei den Industriemetallen im krassen Gegensatz zu den haussierenden Energiemärkten. Nach den abermals enttäuschenden US-Konjunkturdaten rückte die Sorge vor einer Rezession des zweitgrößten Metallverbrauchers der Welt stärker denn je ins Zentrum des Geschehenes an den Basismetallmärkten.

USA: Arbeits- und Immobilienmarkt enttäuschen
Auslöser für die wieder entflammte Sorge um die USKonjunktur war der am Freitag von der Regierung veröffentlichte Arbeitsmarktbericht. Entgegen dem für August erwarteten Anstieg um 110.000 Stellen verzeichnete die US-Wirtschaft einen Verlust von 4.000 Stellen und damit den ersten Rückgang seit vier Jahren. Darüber hinaus gab das Arbeitsministerium eine Revision der Juli- und Junidaten um zusammen 81.000 Stellen nach unten bekannt. Vom Immobilienmarkt, dem Zentrum der US-Krise, gibt es weiterhin keine Entwarnung zu vermelden. Im Gegenteil: die am Mittwoch veröffentlichten Daten zu den schwebenden Hausverkäufen (Pending Home Sales) in den USA offenbarten einen drastischen Rückgang im Juli. Statt dem erwarteten moderaten Rückgang um 2,2% (ggü. Vormonat), gingen die Hausverkäufe um 12,2% zurück.

Fusionsspekulationen um Minenkonzerne
An den Aktienmärkten hielten neue Gerüchte um eine Großfusion im Minensektor Einzug, wonach der Marktführer BHP Billiton aus Australien, zusammen mit der brasilianischen CVRD eine Übernahme des britischaustralischen Konkurrenten Rio Tinto anstrebt. Der Vollzug einer derartigen Fusion würde einen neuen Bergwerksgiganten entstehen lassen, der rund 40% der weltweiten Eisenerzproduktion kontrollieren und zum dominanten Marktakteur bei zahlreichen Basismetallen aufsteigen würde.

© Sven Streitmayer
Commodity Analyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.




