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Agrarrohstoffe: Land in Sicht? Wo wächst das Angebot in 2050?

15.04.2010  |  Eugen Weinberg (Commerzbank)
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Bei Mais werden die USA ihre Produktion besonders stark steigern und ihre herausragende Stellung im Welthandel verteidigen können. Auf niedrigerem Niveau werden auch die EU, die Ukraine und Argentinien ihre Exporte ausbauen können. Weltweit wird sich dabei der vermehrte Einsatz genmodifizierter Sorten fortsetzen, auch in Brasilien, das bisher stark den gentechnikkritischen EU-Markt beliefert. Brasilien kommt insbesondere bei der Erhöhung des weltweiten Ölsaatenangebots, insbesondere an Sojabohnen, eine Schlüsselrolle zu. Dabei wird Brasilien die mit Sojabohnen bebaute Fläche stark ausdehnen, ein wachsender Anteil der Produktion wird aber intern zu Futtermitteln für die wachsende Fleischproduktion verwendet. Das Land sollte dennoch die USA beim Export deutlich überholen, während China seine Importe weiter stark ausweiten wird.

Die starke Nachfragesteigerung bei Pflanzenölen, die auf plus 40% bis 2018 geschätzt wird und die auch pro Kopf noch deutlich stärker als der Fleischkonsum steigen soll, wird dagegen weitgehend aus einem in Indonesien (+60%) noch stärker als in Malaysia (+45%) steigenden Angebot bedient werden. Diese beiden Länder teilen sich fast vollständig den internationalen Markt für Palmöl, der bereits in den letzten Jahren zulasten von Sojaöl stark zulegen konnte. Die EU wird trotz eigener erhöhter Produktion ihre Importe mehr als verdoppeln, und auch China und Indien werden einen erhöhten Importbedarf an Pflanzenöl aufweisen.

Der Zuckermarkt dagegen wird bereits heute auf der Angebotsseite durch Brasilien dominiert, das diese Position noch dramatisch wird ausbauen können.

Dasselbe gilt für Rindfleisch. Brasilien soll auch bei Schweinefleisch die Exporte aufgrund niedriger Produktionskosten insbesondere in preissensitive Gebiete wie Russland und viele asiatische Länder steigern können. Allerdings bleiben die USA, Kanada und die EU größere Exporteure, wobei die USA ihre Position zulasten der beiden anderen deutlich ausbauen können. Bei Geflügelfleisch wird ebenfalls das im Preis wettbewerbsfähige Brasilien seine Bedeutung als größter Exporteur weiter stärken können.

Die Schätzungen werden weitgehend auch von den im Februar 2010 veröffentlichten Langfristprognosen des USDA bestätigt und zum Teil konkretisiert (Grafik 8). So schätzt das USDA, dass Argentinien seine dominierende Stellung im Export von Sojaöl und –mehl ausbauen und dazu sogar Sojabohnen aus den Nachbarländern importieren wird, um seine Crushing-Kapazitäten auslasten zu können. Aufgrund hoher Exportsteuern bei Getreide gegenüber Ölsaaten ist die Produktion von Sojabohnen und ihre Verarbeitung im Land vorteilhafter als die Getreideproduktion.

Zusätzlich wird für Baumwolle geschätzt, dass die USA ihre Exporte um etwa 25% bis 2019 werden steigern können und sich damit wieder in Richtung des 2004 erreichten Exportanteils von 40% bewegen. Auf deutlich niedrigerem Niveau werden auch Afrika südlich der Sahara und Indien – das seine Erträge über die Nutzung von Hybridsorten erhöhen kann – die Exporte ausbauen, Südasien und China dagegen ihre Importe erhöhen. Auch in ihrer mittelfristigen Preisprognose ähneln sich FAO/OECD und USDA: Beide rechnen mit moderaten Preissteigerungen bei Fleisch. Die Getreidepreise sollen deutlich unter denen von 2007/08, aber historisch hoch bleiben. Ölsaaten und Pflanzenöle sollen etwas stärker zulegen können.

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