Deutliche Entspannung bei Getreide, Softs uneinheitlich
Weizen und Mais Futures taumeln ohne SojastützeDer auslaufende Sojabohnen Future für das letzte Erntejahr notiert inzwischen fast ohne Umsatz und der Novemberkontrakt 2009 bildet mit einem Wochenverlust von knapp 9% das Schlusslicht des Agrarsektors. Mit Blick auf die Terminkurve sollte diese Entwicklung nicht überraschen und der Kontrakt für den November 2010 liegt nochmals gut 30 USc tiefer. Den Futures für Weizen und Mais wird damit jedoch ein stützender Faktor entzogen. Der Weizen Future hat nach einem Wochenverlust von knapp 5% das wichtige Zwischentief des letzten Dezembers unterschritten und der Mais Future hat das entsprechende Niveau nach einem Verlust von 6,4% fast erreicht. Für beide Getreidearten wird in den USA eine gute Ernte erwartet und gleichzeitig fürchtet man deutlich reduzierte Exporte im Vergleich zum letzten Erntejahr.

Entspannung bei Sojabohnen
Während der Engpass in den USA durch den Wechsel des Erntejahres und den Beginn der neuen Ernte seinen Schrecken verliert, bleibt die Situation in China unverändert. Allein die Tatsache, dass der Streik in Argentinien am vergangenen Freitag nach acht Tagen (erst einmal?) beendet wurde, kann ebenfalls als versöhnliches Signal gewertet wer-den, auch wenn die Stimmung weiter brodelt. Farmer und Firmen wiesen in Interviews darauf hin, dass der Kampf nicht beendet sei und dass Massendemonstrationen organisiert würden.

Zucker Future konsolidiert ebenfalls
Während der Kakao Future (ICE) hartnäckig fast zu den Höchstkursen des Sommers zurückkehrt, gab der Zucker Future mit einem Wochenverlust von knapp 8% deutlich nach und liefert zumindest aus technischer Perspektive ein Entspannungssignal. Die Avancen vom vergangenen Montag wurden mit einer belastenden Candlestick Formation auf Wochenbasis zum "false break" gestempelt und gleichzeitig rutschte das Close unter die steil ansteigende Diagonale aus Zwischentiefs seit Juni.
Die Firma Cosan, mit ein Marktanteil von ca. 11% einer der größten Zuckerproduzenten Brasiliens, hat mitgeteilt, dass der Hedgeanteil des laufenden Erntejahres seit Ende Juni von 50% auf 80% erhöht worden sei und dass inzwischen auch knapp 30% der geplanten Ernte des kommenden Jahres gehedged seien. Diese Quote solle weiter ausgeweitet werden, solange sich die Preise über dem historischen Durchschnitt bewegen. Also auch einer der ganz Großen in der Branche rechnet mit einer Beruhigung des Marktes.

© Manfred Wolter
Commodity Analyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.



