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Industriemetalle: Strategische Kupferkäufe Chinas verpuffen

23.02.2009  |  Sven Streitmayer
Talfahrt der Aktienmärkte belastet Metallpreise

Denkbar schlechte Vorgaben durch die internationalen Aktienmärkte haben in der vergangenen Handelswoche zu einer erneuten Verkaufswelle bei den Industriemetallen geführt. Die weltweite Korrektur der Aktienindizes spiegelt u.E. den zuletzt wieder zunehmenden Konjunkturpessimismus wider und stellt die Stabilisierung der Metallpreise in Frage. Gemessen am Basismetallindex LMEX (-5 % W/W) ist das Preisniveau von Kupfer und Co. bereits den 2008er-Tiefständen wieder gefährlich nahe.

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China: SRB kauft 300.000 t raff. Kupfer

Seit Wochen schon sorgt die mögliche Aufstockung der staatlichen Metallreserven Chinas unter Marktteilnehmern und Analysten für rege Diskussion bzw. Spekulation über Volumen, Zeitpunkt und Preiseffekt einer derartigen Maßnahme. Wie die Nachrichtenagentur Reuters in der vergangenen Woche meldete, scheinen die Rahmendaten nun amtlich zu sein. Demnach habe sich das State Reserve Bureau (SRB), welches für das Management der staatlichen Rohstoffreserven verantwortlich ist, dazu verpflichtet, 220.000-240.000 t Kupfer (Kathoden) von heimischen wie internationalen Quellen zu erwerben. Insgesamt habe man zunächst ein Gesamtvolumen von 300.000 t avisiert.

Ungeachtet der hohen Marktrelevanz, verpufften die Pläne Pekings in dem Strom neuer Negativmeldungen von der Konjunkturseite einerseits und einbrechenden Aktienmärkten auf der anderen Seite. Mit einem Preisrückgang von mehr als 8% auf zuletzt 3.125 USD/t war LME-Kupfer sogar größter Wochenverlierer nach Blei (-12%). Mittelfristig dürften sich die strategischen Kupferkäufe Chinas dennoch preisstützend auf das rote Metall auswirken. So entspricht allein das bisher fixierte Einkaufsvolumen Pekings knapp der Hälfte aller bei den drei großen Metallbörsen eingelagerten Kupferbestände.

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ILZSG: Marktsalden Zink und Blei 2008/2009

Nach neuesten Zahlen der International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) wies der Weltzinkmarkt im vergangenen Jahr ein Angebotsüberschuss von etwa 195.000 t auf. Dies entspricht rund 1,7% der jährlichen weltweiten Nachfrage und ist zugleich der größte Marktüberschuss seit 2002 (324.000 t). Der Bleimarkt war im Jahr 2008 indessen nahezu ausgeglichen. Hier belief sich der Saldo aus Produktion und Verbrauch auf 19.000 t bzw. 0,2% der Weltnachfrage. Für das laufende Jahr erwartet die ILZSG einen deutlichen Anstieg der Überschüsse am Zinkmarkt sowie einen per saldo weitgehend unveränderten Bleimarkt. Mit Blick auf die massiven Kürzungen der Zinkproduzenten, die sich für 2009 inzwischen auf mehr als 1 Mio. t summieren, sehen wir den Weltmarktzinkmarkt dagegen deutlich knapper als es die ILZSG-Prognose aktuell vorsieht.

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