Industriemetalle: Rabenschwarzer Monatsauftakt
Rabenschwarzer Monatsauftakt für Kupfer & Co.An den Metallmärkten stand der Auftakt zum letzten Monat eines in jeglicher Hinsicht extremen Jahres unter keinem guten Stern. Denn die erste Dezemberwoche brachte erneut einen scharfen Einbruch und neue Jahrestiefstände für Kupfer und Co. Der Basismetallindex LMEX verzeichnete den höchsten Wochenverlust seit Mitte Oktober (-13%) und markierte damit zugleich den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren. Als Taktgeber für den erneuten Ausverkauf fungierte v.a. der starke Rückgang des Ölpreises (-12% W/W) auf knapp über 40 USD/bbl, was den aktuell vorherrschenden Konjunkturpessimismus recht drastisch zum Ausdruck bringt. Aber auch der anhaltende Anstieg der Metalllagerbestände, wachsende Skepsis in Bezug auf die Wirksamkeit der weltweiten Konjunkturpakete sowie der stärkste Beschäftigungsrückgang in den USA seit 1974 trugen ihren Teil dazu bei, dass die relative Stabilität der letzten drei Wochen schnell ad acta gelegt wurde.

Aluminium markiert Fünf-Jahrestief
Im Zentrum der regelrechten Verkaufsorgie standen die Metalle Kupfer und Aluminium mit einem Wochenverlust von jeweils rund 16%, gefolgt von Blei (-13%), Zink (-12%) und Nickel (-12%). Aluminium, das aufgrund des hohen Energieanteils (ca. 30%) an den Produktionskosten eine traditionell starke Korrelation zum Ölpreis aufweist, notiert nach den jüngsten Einbußen auf dem tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren (1.446 USD/t). Indessen setzt sich der Zuwachs der Aluminiumbestände in den Lagerhallen der London Metal Exchange nahezu unvermindert fort. Mit inzwischen knapp 1,9 Mio. t lagert dort so viel überschüssiges Leichtmetall wie zuletzt im Jahr 1994. Um die Zahlensymbolik zu vervollständigen seien noch die weiteren Jahrestiefstände aus der vergangenen Handelswoche erwähnt: Kupfer markierte per Wochenschluss (3.050 USD/t) den tiefsten Stand seit vier Jahren, zugleich verzeichnete das Schwermetall Blei bei 915 USD/t ein 2 ½-Jahrestief.

Großanleger setzen auf Preisverfall bei den Metallen
Als Brandbeschleuniger erweisen sich im aktuellen Umfeld rückläufiger physischer Nachfrage auch die hohen spekulativen Verkaufspositionen der großen institutionellen Anleger (Abb. rechts). An der New Yorker Comex, dem weltweit drittgrößten Kupfermarkt nach London und Shanghai, nehmen die so genannten Non-Commercials eine Netto-Short-Position von zusammen rund 18.000 Kontrakten (entspricht ca. 200.000 t) ein. Damit wetten die Großanleger mit einem nominalen Einsatz von über 600 Mio. USD auf weiter sinkende Kupferpreise und verstärken auf diese Weise die Abwärtsspirale an den Metallmärkten.

© Sven Streitmayer
Commodity Analyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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