Die Ölpreise haben sich am Dienstag nach einem deutlichen Einbruch am Vortag wieder leicht erholt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, stützten gedämpfte Hoffnungen auf Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran den Markt. Gleichzeitig warten Investoren auf klarere Zeichen für Fortschritte bei der Wiederherstellung des Rohöltransports durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg um 0,38% auf 78,15 US-Dollar, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 0,46% auf 74,19 US-Dollar zulegte.
Zuvor waren die Preise am Montag um mehr als drei Prozent eingebrochen, nachdem die USA dem Iran im Zuge erster Friedensgespräche eine 60-tägige Aussetzung der Sanktionen gewährt hatten und zudem eine Beruhigung der Feindseligkeiten im Libanon gemeldet wurde. Dies folgte auf ein turbulentes Wochenende, das die erst eine Woche alte Vereinbarung gefährdet hatte. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gedroht, den Konflikt wieder aufzunehmen, falls der Iran den Schiffsverkehr blockieren sollte, nachdem Teheran die Meerenge für geschlossen erklärt hatte.
Marktanalysten zufolge bleibt die Stimmung unter den Händlern jedoch von Skepsis geprägt, da das tief sitzende Misstrauen zwischen Washington und Teheran eine rasche Rückkehr zu den Ölpreisen aus der Vorkriegszeit verzögern dürfte. Obwohl die Märkte den Optimismus über den Friedensfahrplan und die potenzielle Wiederöffnung der Straße von Hormus bereits eingepreist hatten, agieren Händler nun vorsichtiger. Sie warten auf konkrete Beweise dafür, dass das Abkommen hält und sich der Schiffsverkehr dauerhaft normalisiert.
Erste Anzeichen für eine Entspannung im Schiffsverkehr gibt es bereits: Daten zur Schiffsverfolgung zeigten, dass am Montag zwei Rohöltanker mit fast zwei Millionen Barrel Öl die Straße von Hormus passierten, nachdem der Verkehr am Sonntag wegen Sicherheitsbedenken eingebrochen war. Unabhängig davon meldete das US-Energieministerium, dass die strategischen Ölreserven der USA in der vergangenen Woche infolge des US-iranischen Konflikts auf den niedrigsten Stand seit Juni 1983 gesunken sind.
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