In der Mongolei haben Demonstrierende am Mittwoch die Kupferkonzentrat-Exporte aus Rio Tintos Großprojekt Oyu Tolgoi vorübergehend zum Stillstand gebracht. Die Aktivistengruppe "Radical Reform Movement" blockierte laut Mining.com eine zentrale Transportstraße in der Gobi-Wüste und forderte eine deutlich höhere Beteiligung der Bevölkerung an den Bergbauerlösen. Die Aktion stoppte Lkw-Transporte zur chinesischen Grenze und löste unmittelbare Sorgen über Vertragsrisiken und mögliche Auswirkungen auf den Staatshaushalt aus, wie Betreiber Oyu Tolgoi LLC mitteilte.
Die Proteste rücken erneut die Frage in den Fokus, wie stark die Mongolei von ihren umfangreichen Rohstoffvorkommen profitiert. Trotz jahrzehntelanger Entwicklung bleibt die Armutsquote hoch, während Kupfer – ein Schlüsselmetall für Elektromobilität und Energiewende – weltweit stark nachgefragt wird. Oyu Tolgoi zählt zu den bedeutendsten Kupfer-Gold-Lagerstätten der Welt und ist ein zentraler Wachstumspfeiler für Rio Tinto sowie ein wirtschaftliches Rückgrat für die Mongolei.
Die Blockade fällt in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen dem Bergbaukonzern und der Regierung in Ulaanbaatar. Nach einem Schuldenerlass von 2,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 hat sich das Verhältnis wieder verschlechtert. Der Staat wirft Rio Tinto Steuerunterzahlungen von rund 450 Millionen US-Dollar vor und drängt auf eine Neuverhandlung der Projektkonditionen. Ziel ist eine deutlich höhere staatliche Beteiligung an den Erträgen – bis zu 60% –, während gleichzeitig die politischen Erwartungen vor den kommenden Wahlen steigen.
Da Oyu Tolgoi bis 2030 zu einer der größten Kupferminen der Welt ausgebaut werden soll, beobachten Investoren und Rohstoffmärkte die Lage aufmerksam. Eine länger anhaltende Unterbrechung könnte nicht nur die mongolischen Staatsfinanzen belasten, sondern auch die globalen Kupferlieferketten in einer Phase potenzieller Angebotsverknappung zusätzlich unter Druck setzen.
Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!