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Kritische Öllagerbestände auf jahrzehntelangem Tiefststand – Keine Entlastung in Sicht

09:00 Uhr  |  Redaktion
Laut einem Bericht von Yahoo Finance sind die US-Rohölvorräte dramatisch eingebrochen, da die US-Regierung massiv auf die strategischen Reserven zurückgreift, um die Benzinpreise trotz der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus zu stabilisieren. Die strategische Ölreserve der USA in Louisiana und Texas ist dadurch auf den niedrigsten Stand seit 1983 gefallen. Obwohl die heimischen Raffinerien laut Daten der Energy Information Administration (EIA) mit einer enormen Auslastung von „96,7% ihrer operativen Kapazität“ laufen, reicht die Produktion bei weitem nicht aus, um den Ausfall der Lieferungen aus dem Persischen Golf zu kompensieren.

Im Zentrum der Versorgungskrise steht der kritische Handelsknotenpunkt in Cushing, Oklahoma, wie wir in einem vorherigen Artikel erwähnt haben. Die dortigen Inventare brachen laut EIA-Daten auf nur noch 20 Millionen Barrel ein, womit das größte kommerzielle Lagerzentrum des Landes ein kritisches Niveau erreicht hat. Der Analyst Rory Johnston vom Forschungsinstitut Commodity Context warnt, dass diese extrem niedrigen Bestände die Anlage in einen Zustand „operationalen Stresses“ versetzen. „Ohne unmittelbare Erleichterung am Horizont“ handele es sich hierbei um einen „besorgniserregenden Druckpunkt“, so Johnston weiter.

Die Lage wird durch widersprüchliche Signale aus dem Weißen Haus verschärft. Präsident Donald Trump kündigte nach einer vermeintlichen Friedensvereinbarung mit dem Iran an, dass die strategisch wichtige Straße von Hormus umgehend für den Schiffsverkehr geöffnet werde – ein Versprechen, das mehrfach nach hinten verschoben wurde. Bislang ruht der Verkehr in der Meerenge, durch die vor dem Konflikt mehr als 20% der weltweiten Energieversorgung lief, nahezu vollständig. Reedereien betonen zudem, dass eine tatsächliche Wiedereröffnung selbst nach der Unterzeichnung eines Abkommens Wochen dauern könnte.

Obwohl die bloße Ankündigung eines potenziellen Deals und die Freigabe der Reserven die Benzinpreise in den USA vorerst spürbar drückten, bleibt der Markt extrem nervös. Allein in der zweiten Juniwoche fielen die kommerziellen Lagerbestände um 8,3 Millionen Barrel, während zeitgleich weitere 8,9 Millionen Barrel aus der staatlichen Reserve entnommen wurden. Direkt nach der Veröffentlichung dieser alarmierenden Zahlen zu den schwindenden US-Petroleumvorräten zogen die Rohölpreise an den Märkten bereits wieder um 1% an.

© Redaktion RohstoffWelt.de


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