Gold: Erstes Fibonacci Retracement erreicht

Ende Mai hat der Gold Future die eingezeichnete steile, seit Januar 2025 bestehende, Aufwärtstrendlinie erstmalig unterboten. Auch das technische Bild verschlechtert sich: Zum ersten Mal seit Februar 2024 dreht der Stochastik Indikator aus dem "Bull-Modus" nach unten. Derartige Signale sind langfristig gut, da sich die "überhitzte" Marktsituation der letzten Monate neutralisiert. Nichts desto trotz deuten solche technischen Ereignisse eine weitere Fortsetzung der Korrekturbewegung an.
Wochenchart: 20 Wochen GD unterboten, Abwärtstrend erneut bestätigt
In den letzten beiden Börsenwochen hat der Gold Future innerhalb des mittelfristigen Abwärtstrends neue Bewegungstiefs bei 4.073 erreicht. Damit wurde die Chance auf eine Bodenbildung zunichte gemacht und der Abwärtstrend erneut bestätigt. Parallel wurde erstmalig seit Oktober die eingezeichnete 20 Wochen Linie unterboten. Dieser gleitende Durchschnitt entspricht in etwa der viel beobachteten 200-Tage-Linie.

Gold saisonal ab Juli bullisch
Aufgrund historischer Erfahrungswerte lassen sich für Rohstoffe, Währungen, Aktien und Indizes statistische Durchschnittswerte berechnen.
Aus dieser rein statistischen Sicht pendelt der Gold Future in den geglätteten Durchschnittsverläufen der letzten 20 Jahren zwischen Mitte April und Ende Juni leicht negativ aber insgesamt richtungslos seitwärts hin und her.
Ab Anfang Juli setzt dann die stärkste Phase des Jahres im Gold Future ein. Im Zusammenhang mit diesen Kalendereffekten bestehen für die Bullen berechtigte Hoffnung auf eine Kurserholung. Ob ein etwaiger Anstieg zur Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends reicht, ist aktuell aus der Gesamtgemengesituation eher unwahrscheinlich.
Fazit:
Aus der Perspektive des langfristigen Quartalscharts ist der Gold Future in einen überhitzten Aufwärtstrend gelaufen. Aktuell haben die Bären das Zepter übernommen und eine Korrektur im Aufwärtstrend eingeleitet. Bestätigt wurde diese Korrekturbewegung durch das Unterschreiten des Quartalstiefs, des seit Januar 2025 bestehenden Aufwärtstrends und der 20 Wochen-Linie (in etwa 200-Tage-Linie).
Aus der mittelfristigen Sichtweise des Wochencharts bleibt das Chartbild auf Verkauf. Durch die technischen Verkaufssignale und der erneuten Bestätigung des Abwärtstrends konnten sich die Bären gegenüber den Bullen weiter durchsetzen und eine entsprechende mittelfristige untere Umkehrformation muss erst einmal im Chart geformt werden, was momentan noch nicht zu sehen ist und einige Wochen benötigt.
Fällt der Gold Future mit neuen Bewegungstiefs unter die psychologisch wichtige 4.000er Marke wäre innerhalb des primären Aufwärtstrends die nächsttiefere Unterstützung zwischen 3.850 und 3.700 als nächstes Korrekturziel innerhalb des primären Aufwärtstrends zu beziffern. Letztendlich könnte diese Korrektur in Richtung 3.300 bis 3.259 laufen, ohne den langfristigen Aufwärtstrend zu gefährden.
Steigt Gold über 4.564 ist ein weiterer Anstieg in Richtung 4.900 anzunehmen, aber erst Kurse über dem Aprilhoch bei 4.917,70 würden den übergeordneten langfristigen Aufwärtstrend wieder durchsetzen. Ein Test des Bereichs erhöhter Abgabebereitschaft zwischen 5.000, 5.280 bis 5.432 wäre dann wieder im Bereich des Möglichen.
In der Gesamtgemengelage bleibt die Fortsetzung der Korrektur aufgrund der Verkaufssignale der letzten Wochen, zumindest in den kommenden Wochen das wahrscheinlichere Szenario.
© Björn Heidkamp
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