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Öl weiter im Hausse-Modus!

05.10.2018  |  Frank Schallenberger (LBBW)
Die Rohstoffpreise haben ihren Aufwärtstrend zuletzt fortgesetzt. Dabei hat der Aufschwung in der vergangenen Woche alle Sektoren erfasst. Der Ölpreis ist weiter gestiegen - Brent hat mittlerweile sogar die Marke von 85 USD geknackt. Daneben zogen aber auch die Preise für Basismetalle an. Aluminium erreichte das höchste Niveau seit Mitte Juni, nachdem sich Norsk Hydro vor dem Hintergrund von Umweltauflagen zum Produktionsstopp in der größten Aluminiumraffinerie der Welt in Brasilien entschloss.

Der Bloomberg Commodity Index (Spot) stieg über die Marke von 365 Punkten und ist damit in den letzten drei Wochen bereits um rund 7% gestiegen. Seit Jahresbeginn liegen weiterhin die Preise für Brent und WTI (+34 bzw. +31%) im Universum des Bloomberg Commodity Index an der Spitze. Die stärksten Abschläge sind seit Anfang des Jahres bei Zink (-19%) sowie bei Kaffee (-23%) und Zucker (-27%) zu verzeichnen.


Bloomberg Commodity Index (Spot)

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Quellen: Thomson Reuters, LBBW Research


Marktkommentar: Brent und Co. reif für eine Korrektur?

Nordseeöl der Sorte Brent hat auch in der abgelaufenen Woche seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Mit knapp 87 USD wurde der höchste Stand seit vier Jahren erreicht. Vor allem die Sorge um ein knapperes Ölangebot treibt den Ölpreis an. Die Sorgenkinder auf der Angebotsseite sind dabei Venezuela und Iran. Die wirtschaftliche Krise in Venezuela hat den Output zuletzt deutlich absacken lassen.

Im September förderten die Südamerikaner nur noch 1,26 mbpd. Alleine in den letzten 12 Monaten ist die Förderung in Venezuela damit um 0,7 mbpd gefallen. Im Iran werden die Auswirkungen der US-Sanktionen immer deutlicher spürbar. Im September lag der Output bei 3,36 mbpd. Die Ölproduktion der Islamischen Republik ist somit in den letzten vier Monaten um fast 0,5 mbpd zurückgegangen.

In der Summe liegt der Output der beiden Länder damit aktuell bei rund 4,6 mbpd und damit ca. 1,4 mbpd unter dem Wert, der in der seit Anfang 2017 gültigen Vereinbarung zwischen der OPEC und einigen nicht OPEC-Staaten festgelegt wurde.

Saudi-Arabien hat als Reaktion auf die sich abzeichnenden Knappheiten die Ölförderung in den letzten vier Monaten bereits um 0,55 mbpd gesteigert. Das Königreich plant für den Oktober einen Output von 10,7 mbpd - damit würde der Höchstwert der Produktion (10,66 mbpd im Juli 2016) übertroffen werden. Auch Russland hat angekündigt, in den nächsten Monaten die Förderung um 0,2-0,3 mbpd zu erhöhen.

Fazit: Der Ölpreis hat sehr stark auf Knappheiten auf der Angebotsseite reagiert. Sollten die Sanktionen gegen den Iran nicht gelockert werden, dürfte sich der Ölpreis weiter auf einem relativ hohen Niveau halten. Eine Erhöhung des Outputs in Saudi-Arabien und Russland sowie die fortgesetzte Dynamik bei der US-Schieferölproduktion sollten aber dazu führen, dass der Ölpreis in den nächsten Wochen wieder etwas schwächer tendiert.


Grafik der Woche: OPEC kämpft mit Förderausfällen in Venezuela und Iran!

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Quellen: Thomson Reuters, Bloomberg, LBBW Research


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Quellen: Thomson Reuters, LBBW Research


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Quellen: Thomson Reuters, LBBW Research


© Dr. Frank Schallenberger
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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