Basismetalle. Handelsdaten aus China
China hat im vergangenen Jahr mit 3,7 Mio. Tonnen Kupfer einen neuen Rekordwert bei den Importen erzielt. Der Zuwachs beträgt zwar nur 2,5%, ist aber angesichts der Diskussionen um eine starke Abnahme der chinesischen Wirtschaftsdynamik bemerkenswert. Dies umso mehr, als das Momentum zum Jahresende (Q4: +20%) deutlich gestiegen ist. Das geringe Preisniveau hat sich offensichtlich positiv auf die Nachfrage ausgewirkt. Bemerkenswert ist zudem, dass auch der Import von Konzentraten im vergangenen Jahr um 12,5% zugelegt hat. Grundsätzlich würde man vermuten, dass mit steigenden Konzentratmengen die lokale Produktion entsprechend steigt und damit der Importbedarf tendenziell abnimmt.

Bezüglich der veröffentlichten Handelsdaten auf dem Aluminiummarkt ist insbesondere die Entwicklung der Exporte von Aluminiumhalbzeugen von Interesse. Angesichts massiver Angebotsüberschüsse auf dem Primärmarkt und entsprechender Besteuerung der Ausfuhren sind die Chinesen dazu übergegangen, Aluminium als Halbfabrikate zu exportieren. Gegenüber dem Vorjahr haben die diesbezüglichen Ausfuhren um 14% zugenommen.
Allerdings haben die Exporttätigkeiten in der zweiten Jahreshälfte deutlich an Dynamik verloren. Der Anteil Malaysias an den Bauxitimporten Chinas ist im letzten Jahr im Zuge des Ausfuhrverbotes Indonesiens von 9% auf 43% gestiegen. Nun hat der südostasiatische Staat aufgrund von Umweltbelastungen ein mehrmonatiges Förderverbot des Aluminiumvorproduktes angekündigt. Dies dürfte zur Stabilisierung des Aluminiumpreises beigetragen haben.

Neuer Streit in Indonesien
Der neben der chilenischen Codelco weltweit größte Kupferförderer Freeport McMoran liegt erneut im Streit mit der indonesischen Regierung um die Verlängerung der Exportlizenzen für seine Kupferkonzentrate. Indonesien verstärkt den Druck auf den amerikanischen Konzern, in indonesische Verarbeitungskapazitäten zu investieren.
Freeport betreibt mit Grasberg in Indonesien eine der weltweit größten Kupferminen. Bereits Anfang 2014 hat das temporäre Aussetzen indonesischer Exporte zu Beeinträchtigungen in der Konzentratversorgung auf dem Kupfermarkt geführt.
China’s MMG kommt dagegen beim Start seiner großen Kupfermine Las Bambas in Peru schneller voran als erwartet. Die kommerzielle Produktion soll in der zweiten Jahreshälfte beginnen. Bei Erreichen der vollen geplanten Kapazität würde sich Las Bambas zur weltweit drittgrößten Kupfermine entwickeln.

© Achim Wittmann
Investmentanalyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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