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Energie: Bodenbildung in Sicht

08.06.2010  |  Frank Schallenberger (LBBW)
US-Arbeitsmarkt und Euroschwäche belasten

Der Ölpreis hat in den letzten Tagen vor allem aufgrund negativer Makrodaten und eines erneut schwachen Euros wieder Boden abgegeben. Zuletzt lag der Preis für Brentöl bei rund 72 USD. Dabei belastete zum einen der schwach aufgenommene US-Arbeitsmarktbericht. Zum anderen fiel der Euro im Verhältnis zum Dollar auf den tiefsten Stand seit vier Jahren und unterschritt sogar die Marke von 1,20 EU-RUSD. Seit Ende April war die Korrelation zwischen Euroschwäche und Ölpreisverfall wieder besonders ausgeprägt. Während der Ölpreis ausgehend von 85 USD etwa 15 USD korrigierte, gab der Euro gegenüber der US-Währung etwa 15 Cent nach.

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Spekulanten bauen Positionen weiter ab

Auch die Spekulanten haben in den letzten Tagen weiter zu schwächeren Ölpreisen beigetragen. Die Netto-Long-Position bei WTI ermäßigte sich nach Angaben der CFTC in der Woche zum 1. Juni um weitere 10.000 Kontrakte auf knapp 66.000. Damit sollte der Verkaufsdruck von dieser Seite jedoch langsam auslaufen. Denn aktuell liegt die Netto-Long-Position auf dem tiefsten Stand seit acht Monaten. Zudem wurde alleine in den letzten 10 Wochen die Netto-Long-Position der spekulativen Marktteilnehmer bereits um über 120.000 Kontrakte reduziert.

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Hurrikan-Saison sollte Preise stützen

Nachdem beim einem Stand von 1,20 EURUSD das weitere Abwärtspotenzial beim Euro begrenzt sein sollte und auch die aktuelle Netto-Position der Spekulanten nicht mehr viel Verkaufsdruck erwaten lässt, dürften die Preise in den nächsten Tagen im Bereich von 70 USD eine Bodenbildung vollziehen. Zudem könnte die Hurrikan-Saison in diesem Jahr das Preisniveau tendenziell etwas klettern lassen. Die atlantische Hurrikan-Saison, die vom 1. Juni bis 30. November andauert, brachte in den letzten Jahren durchschnittlich 11 Tropenstürme mit sich, von denen sich sechs zu Hurrikans entwickelten. Für dieses Jahr gehen die Meteorologen von einer sehr starken Hurrikan-Aktivität im Atlantik aus. Die letzten Prognosen lagen im Mittel bei 18 Tropenstürmen, 10 Hurrikans und 5 "Major" Hurrikans mit einer Stärke der Kategorie 3 (ab Windgeschwindigkeiten von 177 km/h) oder höher.

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© Dr. Frank Schallenberger
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart





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