Edelmetalle Aktuell

Nach dem Monatswechsel wurden in den letzten Tagen für etliche Märkte die Autoverkaufszahlen für Juni veröffentlicht. Die Lage einzelner Hersteller ist dabei zwar unverändert schlecht, die Gesamtsituation verbessert sich inzwischen aber wieder etwas dank sich positiv entwickelnder Einzelmärkte wie Deutschland und China und nicht mehr ganz so schlechter Nachrichten aus den USA und einigen wichtigen europäischen Märkten.
In Deutschland lag der Markt dank der Abwrackprämie im Vergleich zum Vorjahr sogar weiter deutlich im Plus: Mit 427.000 Pkw wurden über 40 Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen als im Juni 2008. Das war der höchste Juni-Wert seit der Wiedervereinigung 1990. Im gesamten ersten Halbjahr wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg in Deutschland 2,06 Millionen Autos neu zugelassen, das sind 26,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2008.
Für das Gesamtjahr dürfte die Abwrackprämie die Zahl der neu gekauften Autos in diesem Jahr auf den höchsten Stand seit zehn Jahren katapultieren. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte, dürfte nach dem erfolgreichen ersten Halbjahr die Zahl der Neuzulassungen bis Jahresende die Zahl von 3,5 Millionen neuen Autos überschreiten.
Allerdings gab es in Folge der Abwrackprämie weiter einen Trend zu kleineren Fahrzeugen. So lag der Zuwachs im Mini-Segment bei 124%, bei Kleinwagen bei 79% und in der Kompaktklasse noch bei 27%. Dagegen büßten Sportwagen 30%, Autos der Oberklasse 24% und Autos der Oberen Mittelklasse 18,5% ein. Angesichts dieser Entwicklung sinkt der durchschnittliche Platinmetalleinsatz pro Fahrzeug. Hinzu kommt speziell beim Platin, dass in diesem Jahr der Diesel-Anteil insgesamt deutlich rückläufig sein wird. Darunter dürfte am Ende besonders der Verbrauch bei diesem Metall leiden.
Die Erfolge im Inland, in Frankreich (dank einer eigenen Abwrackprämie +7,1% gegenüber dem Juni 2008), in Brasilien (+17%) und in China (hier stiegen die Verkäufe im Juni sogar um 45%) dürfen aber nicht den Blick auf die zuletzt zwar etwas besseren, insgesamt aber immer noch immer schwierigen Marktverhältnisse in anderen Ländern versperren. Der Automarkt z.B. in den USA verharrte im Juni angesichts der dort geplanten Abwrackregelung in Wartestellung. Wegen der für Ende Juli angekündigten Staatsprämie haben viele potenzielle Kunden ihren Neuwagenkauf offenbar erst einmal verschoben. Im Juni wurden daher lediglich 859.847 Pkw neu zugelassen, das waren 27,7% weniger als im Vorjahr. Die US-Automobilhersteller begrüßten diesen Einbruch trotzdem als positives Zeichen, denn zum ersten Mal seit September 2008 sind die Verkäufe um weniger als 30% gefallen. Für Juli erwartet die Branche nun eine deutliche Erholung durch die kommende Abwrackprämie.
Palladium
Verglichen mit dem Platin, das in den vergangen zehn Tagen fast zehn Prozent seines Wertes verlor, kam das Platin vergleichsweise glimpflich davon. Im Gegenteil, anfangs stieg die Notierung sogar noch und mit einem Maximum von 254 $ je Unze übertraf der Palladiumpreis sogar den Höchstkurs der letzten Berichtsperiode leicht.
Andauernde Investments, vor allem auch in Form vom ETFs waren sicher ein wesentlicher Grund für den Anstieg. Die nicht mehr ganz so düsteren Nachrichten von den internationalen Automobilmärkten, die eher dem Palladium als dem Platin in die Hände spielen, dürften dabei ein Hauptmotiv für den Zufluss neuer Anlagegelder gewesen sein. Zusätzlich gab es aber auch etwas Kaufinteresse aus der Industrie, das ebenfalls einen stützenden Beitrag geleistet haben dürfte.
Am Ende konnte sich der Palladiumpreis dann aber doch nicht auf dem hohen Niveau halten und fiel auf 235 $ zurück, in erster Linie sicher in Folge der ausgeprägten Platinpreisschwäche. Wir erwarten, dass das Palladium aber auch weiter relativ betrachtet besser als das Platin abschneiden wird. Sollte letzteres aber noch einmal deutlich fallen, könnte auch die Notierung des Palladiums vorübergehend auf 220 $ oder sogar 210 $ zurückfallen.
Rhodium, Ruthenium, Iridium
Bei den “kleinen“ Platinmetallen wurde nun auch das Rhodium von der Sommerpause eingeholt, die bei Ruthenium und Iridium gefühlt ja schon seit dem Sommer 2008 anzudauern scheint. Die Notierung für das teuerste der Edelmetalle lag in den letzten Tagen zwischen 1.400 $ und 1.450 $ und hat sich damit kaum bewegt. Überhaupt keine Bewegung gab es dagegen erneut bei Ruthenium und Iridium, die unverändert bei 70 $ - 100 $ bzw. bei 400 $ - 450 notieren $.
© Wolfgang Wrzesniok-Roßbach
Heraeus Metallhandelsgesellschaft mbH
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