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Anstieg der Kerosinpreise – wirtschaftliche Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten

11:40 Uhr  |  Redaktion
Der massive Preissprung bei Kerosin in Asien markiert den Beginn spürbarer wirtschaftlicher Folgen des Nahost-Konflikts für Energiekonsumenten weltweit. Am Handelsplatz Singapur stieg der Preis für Flugtreibstoff zuletzt um 72% auf ein Rekordhoch von über 225 $ pro Barrel, wie Reuters berichtet.

Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar summiert sich das Plus sogar auf 140%. Hauptgrund ist die Sorge um die Versorgungssicherheit in der Straße von Hormus, durch die täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl und raffinierte Produkte transportiert werden – etwa ein Fünftel des globalen Verbrauchs.

Kerosin reagiert besonders empfindlich auf Lieferunterbrechungen, da es aufgrund spezieller Lagerungsanforderungen meist nur in geringen Mengen vorrätig ist. Die Gewinnmarge für die Herstellung von Kerosin aus Dubai-Rohöl ist auf über 100 $ pro Barrel gesprungen, was auf die Erwartung extremer Engpässe hindeutet, so der Bericht.

Erste Anzeichen von Marktstress zeigen sich bei asiatischen Raffinerien: In Indien hat die staatliche Mangalore Refinery and Petrochemicals ihre Exporte eingestellt, um Vorräte zu sichern. Auch aus China gibt es Berichte, wonach Unternehmen aufgefordert wurden, Exportverträge für Treibstoffe auszusetzen oder zu stornieren. Da China über große Reserven und Raffineriekapazitäten verfügt, würde ein Exportstopp den regionalen Markt laut Reuters massiv verknappen.

Zusätzlich erschwert die Qualität des fehlenden Öls die Lage: Aus der Golfregion stammt vor allem mittelschweres, schwefelhaltiges Rohöl, das sich besonders gut für die Produktion von Kerosin und Diesel eignet. Ersatzlieferungen aus Afrika oder Südamerika liefern tendenziell leichtere Sorten, die eher Benzin abwerfen, was den Mangel an Mitteldestillaten verschärft. Selbst bei einer schnellen diplomatischen Lösung sind die Schäden in der Lieferkette bereits so verfestigt, dass Experten mit steigender Inflation und einer Belastung der globalen Kaufkraft rechnen.


© Redaktion Rohstoff-Welt



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