Der Irak droht indirekt mit einem Austritt aus der OPEC, falls das Kartell die Ölförderquote des Landes nicht anhebt. Wie Zerohedge berichtet, fordert Bagdad eine Anpassung der Produktionsgrenzen, um die eigenen Kapazitäten und den dringenden fiskalpolitischen Finanzierungsbedarf des Staates besser abzubilden. Ein Sprecher des irakischen Ölministeriums betonte zwar zunächst, dass man derzeit voll und ganz im Rahmen der Organisation agieren wolle, stellte jedoch klar, dass bei einer Ablehnung der Quotenhöhung eine grundlegende Entscheidung über den Verbleib oder einen Austritt getroffen werden müsse.
Ein solcher Schritt des Iraks würde die Allianz kurz nach einem anderen schweren Schlag treffen. Erst zwei Monate zuvor hatten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) das Öl-Kartell formell verlassen, welches seither nur noch elf Mitgliedsstaaten umfasst. Die VAE, ebenfalls ein Schwergewicht unter den globalen Produzenten, kehrten der Organisation den Rücken, um ihre eigenen ehrgeizigen Ausbauziele von fünf Millionen Barrel pro Tag bis zum Jahr 2027 ohne die Beschränkungen durch gemeinschaftliche Fördergrenzen zu realisieren.
Die Nachricht über einen potenziellen Abschied des Iraks schürt erhebliche Zweifel an der Zukunft des Bündnisses. Laut dem Bericht von ZeroHedge würde eine erneute Abspaltung eines derart großen Produzenten die Fähigkeit der OPEC massiv schwächen, den globalen Ölpreis zu steuern und wirksame Preisuntergrenzen zu verteidigen. Insbesondere in Zeiten eines weltweiten Überangebots droht das Kartell durch den Verlust einflussreicher Mitglieder seine einstige Marktmacht und Hebelwirkung zu verlieren.
Trotz der deutlichen Warnungen bemühte sich die irakische Führung im Anschluss um Schadensbegrenzung und ruderte teilweise wieder zurück. In einer offiziellen Stellungnahme stellte das Ölministerium klar, dass die Berichte über einen vermeintlichen Austritt nicht die offizielle Position der Regierung widerspiegeln würden. Weder der Premierminister noch die Ministerien hätten einen Rückzug vorgeschlagen, womit die akuten Sorgen am Energiemarkt vorerst gedämpft wurden.
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