Die Ölpreise an den Weltmärkten haben sich am Donnerstagmorgen leicht stabilisiert, nachdem sie am Vortag massiv eingebrochen waren, berichtet Reuters. Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg in den frühen Handelsstunden um etwa 1,2% auf rund 96,20 US-Dollar pro Barrel, während die Nordseesorte Brent um knapp 1% auf etwa 102,15 US-Dollar zulegte. Dieser zaghafte Aufwärtstrend folgt auf einen turbulenten Mittwoch, an dem die Preise um mehr als 7% nachgegeben hatten und zeitweise auf ein Zwei-Wochen-Tief gefallen waren.
Auslöser für die hohe Volatilität sind Berichte über einen möglichen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran. Spekulationen über eine Annäherung, die unter anderem durch Berichte über ein „Memorandum of Understanding“ angeheizt wurden, weckten Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Blockaden im Nahen Osten und eine Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Anleger reagierten zunächst euphorisch auf die Aussicht, dass die geopolitischen Risikoprämien sinken und der globale Ölfluss sich normalisieren könnte.
Die anfängliche Marktbegeisterung wurde jedoch durch vorsichtige Töne aus Washington und Teheran gedämpft. US-Präsident Donald Trump erklärte, es sei noch „zu früh“ für direkte Gespräche mit der iranischen Führung. Gleichzeitig bezeichneten Vertreter des iranischen Parlaments die US-Vorschläge eher als „Wunschliste“ denn als realistische Verhandlungsgrundlage. Diese Unsicherheit über den tatsächlichen Fortschritt der diplomatischen Bemühungen veranlasste viele Investoren dazu, ihre Positionen neu zu bewerten, was die Preise wieder leicht nach oben trieb.
Zusätzliche Unterstützung erhielten die Ölpreise durch aktuelle Daten zu den US-Lagerbeständen. Die Energy Information Administration (EIA) meldete einen Rückgang der Rohölvorräte um 2,3 Millionen Barrel, was auf eine weiterhin robuste Nachfrage hindeutet. Experten betonen zudem, dass selbst im Falle eines Friedensabkommens mehrere Wochen vergehen würden, bis die Lieferketten vollständig wiederhergestellt sind. Angesichts der knappen globalen Versorgungslage und der bevorstehenden sommerlichen Nachfragespitze bleibt der Markt daher trotz diplomatischer Hoffnungen angespannt.
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