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Backwardation-Effekt: Öl-ETFs profitieren deutlich

09:25 Uhr  |  Redaktion
Der drastische Anstieg der Ölpreise infolge des Iran-Konflikts hat Öl-ETFs nicht nur durch Kursgewinne, sondern auch durch ein spezielles Marktphänomen namens „Backwardation“ massiv beflügelt, berichtet ETF.com. In dieser Marktsituation liegen die aktuellen Spotpreise über den Preisen für künftige Lieferungen. Für Anleger in börsengehandelten Rohstoffprodukten (ETCs/ETFs) ist dies ein entscheidender Vorteil, da beim monatlichen Erneuern der Terminkontrakte – dem sogenannten „Rollen“ – sogenannte Rollgewinne entstehen: Man verkauft den teureren auslaufenden Kontrakt und kauft den günstigeren nächsten Kontrakt nach.

Diese positive Dynamik steht im krassen Gegensatz zur normalerweise vorherrschenden „Contango“-Situation, bei der das Rollen von Öl-Kontrakten regelmäßig Geld kostet und die Rendite langfristig auffrisst. Da die Sorge vor unmittelbaren Versorgungsengpässen im Nahen Osten die Nachfrage nach sofort verfügbarem Öl extrem antreibt, hat sich die Backwardation-Struktur verfestigt. Dies führt dazu, dass Öl-ETFs derzeit eine Performance erzielen, die sogar über dem reinen Anstieg des Ölpreises liegt, was sie für spekulative Investoren besonders attraktiv macht.

Analysten betonen jedoch, dass dieser „Extra-Boost“ eng an die geopolitische Krisenlage gekoppelt ist. Die aktuelle Marktstruktur spiegelt die akute Angst wider, dass militärische Aktionen im Iran die Straße von Hormus dauerhaft blockieren könnten. Solange der Markt eine Verknappung in der unmittelbaren Zukunft einpreist, bleiben die Rollgewinne bestehen. Sollte sich die Lage jedoch entspannen oder das globale Angebot plötzlich steigen, könnte der Markt schnell wieder in ein Contango zurückfallen und die Gewinne ebenso schnell wieder zunichtemachen.

Für Privatanleger bedeutet dies eine zweischneidige Situation: Während die aktuellen Renditen von Energiefonds beeindruckend sind, steigt das Risiko für plötzliche Rücksetzer. Experten raten dazu, genau zu beobachten, ob die Terminkurve weiterhin steil nach unten verläuft. Die Kombination aus steigenden Rohölpreisen und strukturellen Rollgewinnen macht Öl-ETFs momentan zu einem der stärksten Performer am Finanzmarkt, erfordert jedoch aufgrund der extremen Volatilität im Zuge der Iran-Krise ein höchst aktives Risikomanagement.


© Redaktion RohstoffWelt.de


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