Kupfer – das neue Silber?


Neue Kupferminen benötigen häufig einen Vorlauf von zehn bis zwanzig Jahren, Genehmigungsverfahren werden zunehmend komplexer, die Produktionskosten steigen kontinuierlich und die Erzgehalte sind in den vergangenen Jahrzehnten um rund 40 Prozent gesunken.
Hinzu kommt, dass die größten produzierenden Kupferminen weltweit im Durchschnitt bereits über 60 Jahre alt sind. Besonders alarmierend ist zudem, dass in den letzten fünf Jahren weltweit lediglich vier größere neue Kupfervorkommen entdeckt wurden (siehe nächster Chart). Ein dramatisches Missverhältnis zur künftig stark steigenden Nachfrage.

Ein oft unterschätzter Zusammenhang ist die direkte Verbindung zwischen Künstlicher Intelligenz und Kupfer. KI skaliert über Rechenleistung. Rechenleistung skaliert über Strom. Strom skaliert über Kupfer. Ein einzelner moderner NVIDIA-KI-Servercluster kann heute bereits Leistungen von über 100 Kilowatt aufnehmen. Jeder zusätzliche Megawatt Rechenleistung erfordert Kupfer entlang der gesamten Infrastruktur.
Von der Hochspannungsanbindung über Transformatoren und Kabeltrassen bis zur internen Verteilung. Überall wird viel Kupfer benötigt. Der entscheidende Punkt: Alle großen Tech-Konzerne skalieren ihre KI-Infrastruktur gleichzeitig. Das macht Kupfer nicht nur knapp, sondern strategisch.
Top-Investoren sehen Chancen
Dass Kupfer zunehmend in den Fokus großer Kapitalgeber rückt, zeigt sich auch an den Aussagen prominenter Investoren. Robert Friedland, einer der weltweit erfahrensten Rohstoffunternehmer, warnt seit Längerem vor einem strukturellen Kupfermangel historischen Ausmaßes. Er betont, dass der Markt das Ausmaß der kommenden Angebotslücke massiv unterschätze, insbesondere vor dem Hintergrund von Elektrifizierung und Künstlicher Intelligenz.
In eine ähnliche Richtung argumentiert Chamath Palihapitiya, einer der bekanntesten Investoren aus dem Silicon Valley. Auch er sieht Kupfer als strategischen Engpassrohstoff der kommenden Jahre und verweist darauf, dass technologische Skalierung ohne massive Investitionen in physische Infrastruktur nicht möglich ist. Wenn sowohl erfahrene Rohstoffunternehmer als auch technologiegetriebene Investoren unabhängig voneinander zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommen, unterstreicht das die besondere Bedeutung von Kupfer im kommenden Jahrzehnt.
Kupfer schafft den Ausbruch
Auch technisch zeigt sich ein überzeugendes Bild. Nach einer mehrjährigen Bodenbildungsphase zwischen 2022 und 2025 hat Kupfer zuletzt wieder deutlich angezogen und sogar den Ausbruch auf ein neues Hoch geschafft.

Für Anleger stellt sich damit zwangsläufig die Frage nach dem geeigneten Investmentvehikel. Ein direktes physisches Investment in Kupfer ist für Privatanleger in der Praxis kaum sinnvoll, da Kupfer überwiegend über Terminmärkte gehandelt wird und dabei regelmäßig Rollkosten entstehen, die die Rendite langfristig belasten können.
Deutlich effizienter ist daher der Zugang über Kupferminen-Aktien, die nicht nur vom steigenden Kupferpreis, sondern auch von operativen Hebeleffekten profitieren. Entscheidend ist dabei die Auswahl qualitativ hochwertiger Produzenten und Entwickler mit soliden Reserven, wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen und stabilen politischen Rahmenbedingungen. Eine vertiefte Analyse ausgewählter Kupferminen findet sich unter anderem in meinem Investmentnewsletter, dem Friedrich Report.
Kupfer steht am Beginn eines strukturellen Megatrends, getragen von Elektrifizierung, Energiewende und dem rasanten Ausbau Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig stößt das Angebot an harte geologische, regulatorische und zeitliche Grenzen, was die Wahrscheinlichkeit eines nachhaltigen Engpasses deutlich erhöht. Für langfristig orientierte Sachwertinvestoren eröffnet sich damit eine strategische Investmentchance, dessen Bedeutung vom Markt bislang noch unterschätzt wird.
© Marc Friedrich
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