Energie - Brent: Iran, Syrien und Sudan im Brennpunkt


Eurokrise schwächt Nachfrageseite
Die Eurokrise gibt - neben dem Euro/Dollar-Wechsel-kurs - auch den Takt für die Nachfrage nach Ölprodukten vor vor. Zwischenzeitlich sorgten die Ergebnisse des letzten EU-Gipfels sowie die Äußerungen des EZB-Präsidenten Mario Draghi für eine freundlichere Einschätzung der Marktteilnehmer hinsichtlich der Entwicklung in der Eurozone. Im laufenden Jahr dürfte Europa dennoch in die Rezession abrutschen und die Ölnachfrage entsprechend belasten.

Globale Ölnachfrage schwach
Das Wachstum der globalen Ölnachfrage dürfte daher auch etwas geringer ausfallen als von OPEC, EIA und der Internationalen Energieagentur IEA erwartet. Die Schätzungen der drei Institute liegen bei einem Wachstum von ca. 800.000 bis 900.000 Barrel pro Tag, was einem Wachstum von weniger als einem Prozent entspricht. Aufgrund der gestiegenen konjunkturellen Risiken könnte sich dies noch als zu optimistisch erweisen. Eine schwache Nachfrageseite trifft trotz der Handelssanktionen gegen den Irak auf ein üppiges Angebot; die OPEC fördert derzeit mit rund 32 Mio. Barrel pro Tag deutlich über ihrer Förderquote von 30 Mio. Barrel. Angebots-/Nachfrageaspekte sprechen also nicht für eine Fortsetzung des Ölpreisanstiegs.

Lagerbestände auf langjährigem Mittel
Dennoch befinden sich sowohl Brent als auch Gas Oil derzeit in leichter Backwardation; auf Sicht von zwölf Monaten notieren die Heizölpreise knapp 2,5% unter dem aktuellen Spotpreis. Dies dürfte weniger auf eine angespannte Lagersituation - die Lagerbestände für Heizöl befinden sich auf einem langjährigen Mittelwert - als auf brentspezifische Faktoren zurückzuführen sein. So sorgte zuletzt der Streik in Norwegen für kurzfristige Unsicherheit, während mit Südkorea ein strategischer Käufer aufgrund des Freihandelsabkommens mit der EU bevorzugt Nordseeöl ordert. Der damit verbundene Wegfall eines 3%igen Importzolls begünstigt den Kauf von Rohöl bei britischen Ölkonzernen.

Fazit: Aufwärtstrend dürfte auslaufen
Es spricht vieles dafür, dass der Anstieg des Heizölpreises bald ausläuft. Ein üppiges Angebot trifft im laufenden Jahr auf eine schwache Nachfragedynamik, und die Lager sind gut gefüllt. Lediglich politische Störfeuer könnten immer wieder für Beunruhigung und damit für steigende Preise sorgen. Insgesamt gehen wir mit Blick auf das Jahresende daher von leicht fallenden Preisen für Gas Oil aus.
© Frank Klumpp, CFA
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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