Die weltweiten Ölpreise haben am Donnerstag ihren Aufwärtstrend fortgesetzt und steuern auf die Marke von 120 US-Dollar je Barrel zu, berichtet Reuters. Auslöser für den jüngsten Preissprung ist die festgefahrene diplomatische Lage im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Da die Friedensgespräche ergebnislos blieben, wächst am Markt die Sorge, dass die Ölversorgung aus der strategisch wichtigen Golfregion noch über Monate hinweg massiv gestört bleiben könnte.
Besondere Unruhe lösten Berichte über ein Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Vertretern der Ölindustrie aus. Dabei wurde erörtert, wie die Auswirkungen einer möglicherweise monatelangen Seeblockade iranischer Häfen abgemildert werden könnten. Da die Straße von Hormus, eine der weltweit wichtigsten Schlagadern für den Energietransport, weitgehend blockiert bleibt, befürchten Analysten die schwerwiegendste Störung der globalen Energieversorgung in der Geschichte.
An den Terminbörsen reagierten die Kurse prompt: Die Sorte Brent stieg am Donnerstagmorgen um über 1,6% auf knapp 120 US-Dollar, nachdem sie bereits am Vortag ein Plus von rund 6% verzeichnet hatte. Auch die US-Sorte WTI legte weiter zu. Parallel dazu sorgen interne Spannungen innerhalb der OPEC+ für zusätzliche Volatilität, insbesondere nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Austritt aus dem Kartell angekündigt haben, was die Stabilität der künftigen Förderquoten infrage stellt.
Die wirtschaftlichen Folgen des hohen Preisniveaus machen sich bereits weltweit bemerkbar. Während Zentralbanken wie die Federal Reserve ihre Leitzinsen aufgrund des Inflationsdrucks stabil halten oder gar anheben, warnen Branchenexperten vor Treibstoffrationierungen und massiv steigenden Kosten im Reise- und Logistiksektor. Eine kurzfristige Entspannung der Lage ist laut Marktbeobachtern nicht in Sicht, solange der militärische und diplomatische Stillstand in der Region anhält.
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