• Mittwoch, 11 März 2026
  • 22:55 Frankfurt
  • 21:55 London
  • 17:55 New York
  • 17:55 Toronto
  • 14:55 Vancouver
  • 08:55 Sydney

Chinesische Kaufpläne könnten Ölmarkt aufmischen

27.07.2012  |  Eugen Weinberg (Commerzbank)
- Seite 2 -
Damit ist Kanada der mit Abstand wichtigste Öllieferant der USA. Die US-Regierung wird kaum riskieren wollen, diesen Status aufs Spiel zu setzen. Daher könnte der von der US-Regierung bislang blockierte Bau der Keystone-XL-Pipeline wieder auf die Agenda kommen. Dieses Thema dürfte im bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlkampf kontrovers diskutiert werden. Ob US-Präsident Obama vor diesem Hintergrund seine ablehnende Haltung gegenüber Keystone XL beibehalten kann, bleibt abzuwarten. Unter einem republikanischen Präsidenten Romney würde die Genehmigung für den Bau der Pipeline voraussichtlich erteilt.

Die Auswirkung des Baus von Keystone XL auf den Ölpreis wäre dieselbe wie bei einem Bau einer Pipeline an die Pazifikküste. Die kanadischen Ölexporte könnten leichter an den Weltmarkt gelangen und würden nicht mehr im Mittleren Westen der USA "stranden". Das lokale Überangebot würde sinken und damit auch der Preisabschlag von WTI gegenüber Brent zurückgehen.

Doch auch für den Brentpreis könnte die Übernahme von Nexen Auswirkungen haben. Denn der kanadische Energiekonzern ist mit 43,2% am Buzzard-Ölfeld in der Nordsee beteiligt. Aus diesem werden täglich bis zu 200 Tsd. Barrel Rohöl gefördert. Das entspricht einem Fünftel der britischen Ölproduktion von knapp 1 Mio. Barrel pro Tag (Grafik 3). Damit ist Buzzard das größte Ölfeld Großbritanniens. Das im Buzzard-Ölfeld geförderte Öl gehört zur Ölsorte Forties, welches etwa die Hälfte der Brent-Produktion ausmacht und somit für die Preisbestimmung der Nordseesorte maßgeblich ist.

Produktionsausfälle im Buzzard-Ölfeld haben in der Vergangenheit deshalb immer wieder zu einem Anstieg des Brentpreises geführt. Im September und Oktober soll das Buzzard-Ölfeld aufgrund von Wartungsarbeiten für mehrere Wochen außer Betrieb gesetzt werden. Diese Meldung hat mit dazu beigetragen, dass der Brentpreis Mitte Juli bis auf 108 USD je Barrel steigen konnte. Durch die Beteiligung am Buzzard-Ölfeld könnte China den für den Welthandel relevanten Brentpreis somit maßgeblich beeinflussen.

Dazu passt auch, dass der größte chinesische Raffineriebetreiber Sinopec 49% der britischen Ölfirma Talisman übernehmen will, wodurch der Einfluss Chinas auf die Ölproduktion in der Nordsee und damit auf den Brentpreis weiter steigt. China kauft ca. 2 Mio. Barrel Rohöl, welches an den Brentpreis gekoppelt ist. Der neue Miteigentümer China dürfte daher ein eigenes Interesse daran haben, dass fortdauernde Produktionsprobleme im Buzzard-Ölfeld den Brentpreis nicht weiter steigen lassen.


Auf einen Blick

Open in new window

Open in new window

Open in new window

Open in new window




Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!



Unternehmen dieses Artikels
Unternehmen Land WKN Symbol Profil News News, engl. Forum Details
CNOOC Ltd. Hongkong Hongkong A0B846 0883.HK      
Sinopec Shanghai Petrochemical Co. Ltd. China, Volksrepublik China, Volksrepublik A0M4Y5 600688      
© 2007 - 2026 Rohstoff-Welt.de ist ein Mitglied der GoldSeiten Mediengruppe
Es wird keinerlei Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen! Alle Angaben ohne Gewähr!
Kursdaten: Data Supplied by BSB-Software.de (mind. 15 min zeitverzögert)