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Gazprom erhält von Regierung Abfuhr

27.03.2012  |  EMFIS
RTE Moskau - (www.emfis.com) - Unlängst suchte der russische Energie-Gigant Gazprom bei der russischen Regierung um Gas-Preiserhöhungen nach (Emfis berichtete). Nun wurde allerdings bekannt, dass das Unternehmen diese nicht durchsetzen kann, denn Russland gab der Gesellschaft kürzlich diesbezüglich einen Korb.

Zusätzlich zu der bereits beschlossenen Erhöhung der Gas-Inlandspreise ab Juli dieses Jahres um 15 Prozent wollte Gazprom die Preise ab Oktober um weitere 26 Prozent anheben. Seit Jahren werden jedoch in Russland die Gas-Preise kontinuierlich erhöht, so dass die Regierung dieses Anliegen zurückwies. Wie das Unternehmen bekannt gab, wollte die Gesellschaft eine Kompensation für die Anhebung der Gas-Förder-Steuer von 61 Prozent erreichen. Allerdings möchte Russland durch den Schritt die Erdgas-Sparte ganz bewusst stärker besteuern.


Investitionspolitik in der Kritik

Hauptgrund für die Absage ist allerdings die massive Kritik an Gazproms Investitionspolitik. So rügte das Energie-Ministerium die zu geringe Investition in Instandhaltung sowie Reparaturen bestehender Erdgas-Leitungen. Die Infrastruktur sei nicht ausreichend. Immerhin schraubte das Unternehmen seine Investitionen in diesem Jahr auf 35 Milliarden Dollar zurück. Denn im Vorjahr investierte die Gesellschaft noch 50 Milliarden Dollar. Daher will der russische Staat die Investitionspolitik der Russen gemeinsam mit Gazprom koordinieren, um die Gas-Förderung der Gesellschaft zu erhöhen.

Das Unternehmen konzentrierte sich in der Vergangenheit hauptsächlich auf den Pipeline-Bau. Vor allem steht derzeit die Errichtung der South-Stream-Pipeline im Vordergrund. Einige Investoren sind mittlerweile der Meinung, dass die Konzentration auf solche Projekte vor allem politisch motiviert und zudem ineffizient ist. Daher ist die Reaktion Russlands durchaus verständlich, denn angesichts der deutlich geringeren Investitionen seitens Gazproms drängen sich Preiserhöhungen nicht einmal ansatzweise auf.
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