Dagegen könnte die kommende Hurrikansaison durchaus für Preisbewegungen sorgen. Die US-Wetterbehörde NOAA rechnet in diesem Jahr mit der stärksten Hurrikansaison seit dem Jahr 2005. Die EIA prognostiziert auf dieser Basis Produktionsausfälle in Höhe von 166 Mrd. Kubikfuß im Vergleich zu 19 Mrd Kubikfuß im Vorjahr.
Spätestens aber zum Winter hin dürften die Gaspreise neuen Auftrieb bekommen. Dann nämlich dürfte die bereits jetzt zu beobachtende zyklisch bedingte Nachfrageerholung durch saisonale Impulse weiter verstärkt werden und zu einem Reduzierung der Überschüsse am Markt führen. Bereits jetzt ist die Nachfrage im industriellen Sektor, auf die 30% der US-Nachfrage entfällt, angesprungen. Im ersten Quartal war der industrielle Gasverbrauch 10% höher als im Vorjahreszeitraum. Auch die Nachfrage der Stromproduzenten dürfte u.E. weiter steigen. In den letzten Jahren ist ihr Anteil am Gasverbrauch auf ein Drittel der Gesamtnachfrage gestiegen.
Spiegelbildlich hat sich auch der Anteil der gasbasierten Stromproduktion in den USA auf 23% erhöht (Grafik 4). In den letzten Monaten konnte Gas gegenüber Kohle weiter an relativer Attrakivität gewinnen (Grafik 5). Kohle bleibt zwar grundsätzlich günstiger als Gas, aber letzteres hat den Vorteil von deutlich geringeren Anlaufkosten und wird deshalb vor allem zur Abdeckung von Spitzenlastzeiten eingesetzt. Versorger, die in der Regel einen Pool an Kraftwerken besitzen, dürften verstärkt aus gasbetriebenen Kraftwerken Strom in die Netze schleusen. Alles in allem erwarten wir, dass die Gaspreise nach der üblichen Sommerflaute zum Herbst weiter anziehen und zum Jahresende 6 USD je mmBtu erreichen.
Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!