Agrar: Fortsetzung der Konsolidierung, USDA-Report im Fokus
Überwiegend leichte Verluste im WochenvergleichDie Futures des Agrarsektors präsentieren für die abgelaufene Woche Ergebnisse zwischen 2% (Arabica) und -3,4% (Kakao) und halten damit deutlichen Abstand zu den Extremwerten bei Silber (knapp 7% Gewinn) oder dem Natural Gas Future (knapp 9% Verlust). Die in Aussicht gestellte Wetterverbesserung für weite Teile des US Agrarsektors - nach deutlichen Verzögerungen des saisonalen Zyklus’ - bleibt naturgemäß mit Unsicherheit behaftet und stellt damit die preisdämpfenden Effekte auf der Angebotsseite in Frage. Andererseits steigt die Zahl derer, die nach anhaltenden Verlusten des USD eine Gegenbewegung erwarten, inzwischen deutlich an – dem Rückenwind für die Futurespreise werden seitens der Devisenschiene kurzfristig keine großen Chancen mehr eingeräumt. Darüber hinaus sorgt vermutlich auch die morgige Veröffentlichung der neuen Monatsdaten des US Landwirtschaftsministeriums zur Entwicklung von Angebot und Nachfrage für Zurückhaltung im Vorfeld.

Kaffeeangebot schrumpft
Die Nachrichten zu den laufenden Exporten und zur weiteren Entwicklung des Erntejahres für Kaffee passen zu den Erwartungen des US Landwirtschaftsministeriums, das global mit einem Rückgang von knapp 137 Mio. Säcken (à 60 kg) auf gut 127 Mio. Säcke rechnet (Arabica und Robusta). Brasilien verkündete in der letzten Woche für Oktober im Jahresvergleich einen Exportrückgang um 10% auf gut 2,5 Mio. Säcke. Der Löwenanteil des Produktionsrückgangs soll hier jedoch auf Arabica entfallen, während bei Robusta Bohnen kein nennenswerter Einbruch erwartet wird.
In Kolumbien, weltweit die Nr. 3 der Kaffeeproduzenten und bekannt für hochwertige Arabica Produktion, erwartet man einen Produktionsrückgang von gut 10% im laufenden Erntejahr. Das Wetterphänomen "El Nino" wird für eine belastende Erwärmung des Landes verantwortlich gemacht, die sich bis zum kommende Frühjahr noch verschärfen soll.

Produktionsaussichten für US-Getreide weiter gut
Trotz der saisonalen Verspätung rechnet man in den USA weiter mit einer Rekordernte bei Sojabohnen und zumindest einer annähernden Rekordernte bei Mais. Zum erwarteten Preisdruck am Markt für Sojabohnen liefert China (trotz einzelner Gerüchte über verschobene Transporte) mit ungebrochenem Kaufinteresse ein Gegengewicht. Die Importe haben sich im Vergleich zum letzten Erntejahr mit knapp 14 Mio. Tonnen bereits mehr als verdoppelt.

© Manfred Wolter
Commodity Analyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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