Zucker steht vor dem Ausbruch
Als der Zuckerpreis Ende April aus der (ursprünglichen) flachen Dreiecksformation ausbrach, waren wir mit dem Abwarten eines Close oberhalb des Jahreshochs 2006 unnötig vorsichtig, denn der Markt zog sauber weiter und bestätigte das Niveau um 14,70 USc später in einem "Pull Back" als neue horizontale Unterstützung. Ein neues entstehendes Dreieck sorgt mit hohem Umsatz für trendbestätigende und damit bullishe Phantasie. Ein Close über 22,50 USc würde den Startschuss für eine Anschlussrallye liefern (die nächsten Ziele aus den flachen Diagonalen liegen dann bei 24 USc und bei 28,40 USc). Wird das Dreieck dagegen (atypisch) entgegen der Trendrichtung aufgelöst (insbesondere der Rohöl Future als Benchmark des Rohstoffsektors liefert unter Intermarketaspekten gerade technische Belastungen), so droht spätestens mit einem Bruch der Unterstützung bei 19,50 USc eine ausgedehnte Konsolidierung in Richtung 14,70 USc.

Indikatorenseitig könnte der weekly MACD bei einem direkten Ausbruch auf der Oberseite noch einmal ohne bearishen Schnitt davon kommen, aber ansonsten sorgte die Verdoppelung des Preises binnen sechs Monaten sowohl bei den Bollinger Bands als auch beim RSI für Überhitzungssignale.
Fazit: Während die Charttechnik (trendfolgend bullish intakt) für die Longseite spricht, zeigen die Indikatoren teilweise Spuren der heftigen kurzfristigen Gewinne und die Intermarkets senden ebenfalls eher Warnsignale. Das komprimierte Dreieck erlaubt es, ohne großen Potenzialverzicht den Ausgang für prozyklische Positionen abzuwarten. Je länger der Kurs die Entscheidung verweigert, desto geringer werden allerdings tendenziell die bullishen Perspektiven.
© Manfred Wolter
Commodity Analyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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