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Höhere Ölpreise trotz schwacher Weltwirtschaft

06.04.2009  |  Eugen Weinberg
- Seite 4 -
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Insgesamt rechnen wir jedoch trotz eines zweiten Jahres rückläufiger Ölnachfrage mit einem Anstieg der Preise auf 70 USD je Barrel bis zum Jahresende. Trotz anhaltender Bedenken im Hinblick auf die Ölnachfrage insbesondere in den entwickelten Volkswirtschaften, erwarten wir einen allgemeinen Rückgang der Lagerbestände (aufgrund der Drosselung der OPECProduktion mindestens bis zum dritten Quartal) sowie enttäuschende Fördermengen außerhalb der OPEC (vor allem infolge des unerwartet starken Rückgangs der Produktion in Russland, Mexiko und der Nordsee). Unsere Prognose für ein langfristiges reales Preisniveau um 70 USD je Barrel basiert in erster Linie auf der anhaltend schwachen Produktion außerhalb der OPEC (infolge geringer Investitionen in die Förderung) und nicht auf der Entwicklung der Ölnachfrage. Diese Einschätzung deckt sich mit unseren Schätzwerten für die Grenzkosten neuer Produktionskapazitäten außerhalb der OPEC wie beispielsweise Tiefsee-Bohrungen in Brasilien oder Teersandprojekte in Kanada, welche etwa bei diesem Preisniveau liegen.

Wie verhält sich unsere Ölpreisprognose relativ zum Konsens und zur aktuellen Terminkurve? Einzelheiten können der folgenden Grafik entnommen werden. Man bedenke, dass unsere Prognose von 70 USD je Barrel bereits seit geraumer Zeit Bestand hat und zeitweise am oberen Ende der Konsenserwartungen lag. Die Bandbreite der Konsensschätzungen hat sich in den letzten Monaten verengt. Unsere Prognose liegt nun wieder in der allgemeinen Bandbreite, jedoch nach wie vor oberhalb des von Bloomberg angegebenen gewichteten Durchschnitts. Der
Anstieg der Konsensprognosen in den letzten Monaten könnte bedeuten, dass für 2009 vermehrt tatsächlich mit einem Rückgang der Lagerbestände gerechnet wird. Gleichzeitig könnte die Annäherung der Prognosen jedoch auch bedeuten, dass nach den umfangreichen Schwankungen im Jahr 2008 und den damit verbundenen häufigen Fehleinschätzungen niemand mehr zu extremen Einschätzungen bereit ist.

Welche Risiken bestehen für unsere Prognose und für die Prognosen der meisten anderen? Das Hauptrisiko liegt darin, das Ausmaß der Nachfrageschwäche in diesem Jahr zu unterschätzen. Ein weiteres Risiko ist, die Quotendisziplin der OPEC-Mitglieder zu überschätzen. In den kommenden Wochen werden wir diese beiden Faktoren regelmäßig beobachten, um gegebenenfalls unsere Schätzwerte anzupassen. In der jetzigen Situation bestätigen wir jedoch unsere Prognose für einen Ölpreis von 70 US$ je Barrel zum Jahresende.

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Auf einen Blick

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© Eugen Weinberg
Senior Commodity Analyst

Quelle: ´´Rohstoffe kompakt´´, Commerzbank AG





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