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Waffenstillstand im Iran gibt Anlass zur Hoffnung, doch physische Ölmärkte bleiben angespannt

08:02 Uhr  |  Redaktion
Die Ankündigung einer vorübergehenden Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat an den Terminbörsen für eine erste Entspannung der Ölpreise gesorgt, berichtet Reuters. Nachdem der Rohölpreis wochenlang durch das Risiko eines offenen Krieges nach oben getrieben wurde, reagierten die Händler mit Erleichterung auf die diplomatischen Signale. Dennoch warnen Experten, dass die physischen Märkte – dort, wo tatsächliche Ölladungen gekauft und verkauft werden – weiterhin unter extremem Stress stehen und die Preise für sofort verfügbare Lieferungen auf Rekordniveau verharren.

Ein Hauptgrund für die anhaltende Anspannung ist die massive Störung der Logistikketten im Nahen Osten. Trotz der Waffenruhe bleiben viele Versicherungsprämien für Öltanker in der Region auf Krisenniveau, und Reedereien meiden weiterhin riskante Routen. Dies hat zur Folge, dass das Angebot an Rohöl in Europa und Asien knapp bleibt, da alternative Lieferungen aus den USA oder Westafrika längere Transportwege erfordern und die Nachfrage dort sprunghaft angestiegen ist.

Marktanalysten weisen zudem auf das Phänomen der sogenannten „Backwardation“ hin, die derzeit extrem ausgeprägt ist. Dabei sind die Preise für Öl, das sofort geliefert werden kann, deutlich höher als für Lieferungen in der fernen Zukunft. Dies deutet darauf hin, dass die Raffinerien weltweit händeringend nach physischer Ware suchen, um ihre Bestände aufzufüllen, die während der Hochphase des Konflikts stark angegriffen wurden. Die Waffenruhe am Verhandlungstisch hat somit die physische Knappheit vor Ort noch nicht beheben können.

Zusammenfassend bleibt die Lage am Energiemarkt fragil. Während die politischen Schlagzeilen für kurzfristige Kursrückgänge an den Finanzmärkten sorgten, stützen die fundamentalen Versorgungsengpässe den Ölpreis weiterhin im dreistelligen Bereich. Investoren und Regierungen blicken nun gespannt auf die kommenden Tage, um zu sehen, ob die Waffenruhe hält und ob die Schifffahrtswege am Golf schnell genug sicher werden, um den globalen Ölfluss zu normalisieren und den Inflationsdruck zu senken.

© Redaktion RohstoffWelt.de


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