Sojabohnen - Sojamehl
Auch die Sojabohnen sind zuletzt sehr stark angestiegen. Von Mitte August bis Ende September stiegen die Preise bis auf 1033 US-Cent/bushel an. Sojamehl schaffte es sogar bis auf 293 US-Cent/short-ton. Und auch hier finden wir jetzt Anzeichen dafür, dass die Party vorüber sein könnte, zumindest für die nächsten Wochen. Der nachfolgende Sojabohnen-Chart zeigt die Positionierung der Marktteilnehmer lt. letztem CoT Report, das Sentiment und das saisonale Muster auf 15 Jahres-Basis.
Das Positive an den Anfang gestellt: die Preise für Sojabohnen erhalten in den nächsten Monaten Unterstützung durch das saisonale Muster. Die Ernten in den USA und China laufen auf Hochtouren, in Südamerika (Argentinien + Brasilien) läuft die neue Aussaat und erst April, Mai des nächsten Jahres ist daher mit einer neuen Ernte zu rechnen. Diese Wartezeit preist der Markt in der Regel mit einer Prämie ein. Negativ ist der sehr hohe Sentimentstand zu werten, wenn 87% aller befragten Marktteilnehmer und Broker bullisch auf Sojabohnen sind, ist dies meist kein gutes Zeichen, wie man auch anhand des Jahres 2004 erkennen kann. Die große Shortposition der Commercials ist weniger problematisch, da diese lediglich die hohen Preise zu Absicherungsverkäufen nutzen. Problematischer ist da schon die Longpositionierung der Fonds von über 127k Kontrakten. Hier sitzt ein großes Potential für Positionsauflösungen, was sich dann in fallenden Preisen ausdrücken sollte. Ein vergleichbares Bild lässt sich auch im Sojamehl feststellen, hier ist besonders der Aspekt Positionierung der Fonds, noch problematischer.
Im Tageschart hat sich nach Ausbildung einer bearischen Divergenz im MACD ein Verkaufssignal ergeben, welches auch von einem Verkaufssignal in der Stochastik bestätigt wird. Dass dies an einer wichtigen Pivot-Widerstandszone auftritt, unterstützt das Szenario fallender Preise.

Fazit:
Es gibt derzeit eine Reihe von fundamentalen Gründen wieso Sojabohnen und entsprechend auch Sojamehl in den kommenden Monaten/Jahren weiter ansteigen könnten. Aber, die derzeitige technische Situation legt eher den Schluss nahe, dass die Party an den Sojamärkten, genau wie beispielsweise im Weizen, vorerst vorbei sein könnte. Die sehr großen Positionierungen der Fonds auf der Longseite beherbergen daher einige Risiken, die sich sehr schnell in einer Abwärtsbewegung niederschlagen könnten, sollten sich die Fonds zu Gewinnmitnahmen entschließen. Sojabohnen können mittlerweile auch über Minikontrakte gehandelt werden, so dass es hier auch Möglichkeiten für Trader mit kleineren Konten gibt.
© Jens Rabe
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