RTE Moskau - (www.emfis.com) - Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder wird als heißer Kandidat für einen Aufsichtsratsposten bei Gazprom behandelt. Dies meldete heute das "Handelsblatt" unter Berufung auf russische Medienberichte. Eine entsprechende Entscheidung werde das Kontrollgremium des russischen Gasmonopolisten im Juni fällen.
Gerhard Schröder gilt als gut vernetzter Advokat enger deutsch-russischer Handelsbeziehungen. Bereits kurz nach seinem Abschied aus der Bundespolitik trat er sein neues Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats beim Pipeline-Konsortium North Stream an, das von Gazprom und auf deutscher Seite von E.ON und BASF ins Leben gerufen wurde. Daneben gehört er inzwischen auch dem Aufsichtsrat des russischen Öl-Ventures TNK-BP an.
Gazprom drängt verstärkt auf den EU-Markt
Das Engagement Schröders für russische Energiekonzerne hat Schröder auch unter den eigenen Parteigenossen viel Kritik eingebracht. Im wurde vorgeworfen, indirekt vor allem die Interessen der russischen Machthaber im Ausland zu vertreten, und dabei über Probleme mit Demokratie und Menschenrechten in Russland hinwegzusehen.
Gazprom könnte ein Engagement Schröders insofern zugute kommen, als der Konzern sich den Exportmarkt Westeuropa noch stärker als bisher erschließen will. Unter anderem liebäugelt die Gesellschaft mit dem Bau weiterer Pipelines zur Versorgung der EU mit Erdgas.
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