JP Morgan dementiert Gerüchte um marktbeherrschendes Kupfer-Engagement
RTE Stuttgart - (www.rohstoffe-go.de) - Die Londoner Metall-Börsenhändler müssen weiter suchen. Der US-Finanzriese JP Morgan hat dementiert, an der London Metal Exchange eine marktbeherrschende Stellung zusammen gekauft zu haben.Die Meldung hatte an der London Metal Exchange für Aufregung gesorgt. Im Kupfermarkt soll sich ein Trader eine marktbeherrschende Stellung zusammen gekauft haben. Dieser geheimnisvolle Händler solle weit mehr als die Hälfte der physisch vorhandenen Lagervorräte erworben haben. Händler machten diese besondere Marktsituation für einmalig hohe Aufschläge verantwortlich, die im Vergleich vom Kassamarkt zum Terminkontrakt zu sehen waren. Experten befürchten, dass diese Konzentration von Kupfer in einer Hand das Angebot verknappen und zu Engpässen bei der Versorgung führen könnte.
Kein Wunder, dass die London Metal Exchange bei solch ausufernden Positionierungen normalerweise einschreitet. Dann wird der Marktteilnehmer angehalten, seine Position zu reduzieren - zumindest auf weniger als 50 Prozent der verfügbaren Bestände. Das sind allerdings weit weniger als die 90 Prozent, die man mittlerweile in den Händen dieses einzelnen Traders vermutet. Zuvor schätzten Marktteilnehmer die Position auf "lediglich" 50 Prozent bis 80 Prozent der Bestände.
Die Voraussetzung für ein Eingreifen der Londoner Börse: Man muss wissen, wer der Trader ist. Im vorliegenden Fall war JP Morgan ein heißer Kandidat, der am Parkett und in der britischen Presse herumgereicht wurde. Doch diese Information, die angeblich aus internen Kreisen stammen soll, hat sich so erst einmal nicht bestätigt. Ein Sprecher der US-Bank hat dementiert, dass JP Morgan die 90-Prozent-Position inne habe. So ganz aus der Schusslinie bringen sich die US-Amerikaner damit aber nicht. Kein Kommentar kommt von JP Morgan, ob man eine marktdominierende Position mit weniger als den besagten 90 Prozent habe.
So fragt man sich am Markt weiter, was die Pläne des nach wie vor nicht bekannten Marktteilnehmers mit seiner Kupferposition sind. Händler weisen darauf hin, dass - sofern es JP Morgan sei - hinter der "Kaufwut" keine wirkliche Strategie stehen muss. Die US-Bank verfüge im Rohstoff-Business über eine sehr breite Kundenbasis. Allein dies könne dafür sorgen, dass sich bei JP Morgan hohe Positionen in einem Rohstoff ansammeln.
Nicht zuletzt aus diesem Grund schaut der Markt daher auch immer wieder gebannt darauf, wie sich die Positionierungen des Bankenriesen am Markt verändern. Auf Interesse stößt daher ein Bericht der "Financial Times", dass JP Morgan ein großes Engagement im Silbermarkt reduziert habe. Die Zeitung bezieht sich bei ihrem Bericht auf Personen, die mit dem Vorgang vertraut seien. Offiziell bestätigt werden die Informationen bisher nicht. Übrigens: Auch dieses Engagement stand in der Kritik, soll es doch massiven Einfluss auf die internationale Preisbildung genommen haben.
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