Agrar-Rohstoffe - in oder out?
Die meisten Leserinnen und Leser dieser Kolumne können sich bestimmt noch an die extreme Hausse der Agrarrohstoffe zu Beginn diesen Jahres erinnern. Damals konnten Mais, Sojabohnen und Weizen sowie mit einiger Verzögerung auch Reis extrem zulegen. Oftmals wurde dabei die Begründung angeführt, dass sich die Nachfrage gerade aus den Emerging Markets derart stark beschleunigt hat, dass sich eine neue Ära entwickelt hat und sich viele Verbraucher nun an deutlich gestiegene Nahrungsmittelpreise gewöhnen müssten. Wie immer in derartigen Phasen konnte man hier sehr viel Geld verdienen, weswegen wir unseren Lesern mehrmals Long-Zertifikate empfohlen hatten, die mit Gewinn wieder verkauft werden konnten. Es stellt sich nun jedoch die Frage ob diese Hausse von Beginn des Jahres ein Ende gefunden hat, nach der Korrektur der letzten Wochen oder ob es wieder steil nach oben gehen wird?Mais
Bei Mais sehen wir nach wie vor sehr gute Chancen für eine Fortsetzung der Rallye und rechnen damit, dass die jüngsten Tiefs einen Boden darstellen sollten. Bei diesem Rohstoff ging der Abverkauf etwas zu schnell von statten und reflektiert eigentlich nicht die fundamentale Lage wieder. Aufgrund der Überschwemmungen zu Beginn des Jahres sind viele Pflanzen in einem extrem schlechten Zustand und das Ausmaß der Ernte kann sich jederzeit verändern. Wir gehen deswegen davon aus, dass der Markt inzwischen jedwede negativen Faktoren eingepreist hat und sich dadurch ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis ergibt.
Sojabohnen
Ähnlich wie bei Mais, gibt es auch bei den Sojabohnen sehr gute Chancen auf eine Fortsetzung der Rallye. Die Versorgungslage ist extrem angespannt und die Händler rechnen damit, dass ein früher Frost die Ernte negativ beeinflussen könnte. Es wird sogar mit Kurszielen von 18 US-Dollar pro Scheffel gerechnet, sofern ein Frost die Anbaugebiete heim suchen sollte. Allerdings befinden sich die Sojabohnen in einer Handelsspanne, die zuvor aufgelöst werden muss bevor Positionen sinnvoll erscheinen.
Weizen
Weizen ist momentan ein sehr schwer zu handelnder Rohstoff, da die Notierungen wild von einer Seite auf die andere springen. Wir raten deswegen davon ab, hier Positionen aufzubauen solange die Schwankungsbreite des Marktes derart hoch ist.
© Marc Nitzsche
Chefredakteur Rohstoff-Trader
Marc Nitzsche ist Chefredakteur des Rohstoff-Trader Börsenbriefs. Der Börsenbrief ist ein Spezialist für Rohstoffe und bietet konkrete Kaufempfehlungen mit Analysen und Kursprognosen. Mehr Infos unter finden sie auf der Website: www.Rohstoff-Trader.de




