Panama will Kupfervorkommen der First-Quantum-Mine erschließen
Die panamaische Regierung hat entscheidende Schritte eingeleitet, um die festgefahrene Situation rund um die Kupfermine Cobre Panama des kanadischen Bergbauunternehmens First Quantum Minerals zu lösen, wie Mining.com berichtet. Handels- und Industrieminister Julio Moltó kündigte an, dass bis spätestens Dienstag eine offizielle Genehmigung erteilt werden soll, die den Abtransport und die Verarbeitung von bereits gefördertem und auf dem Gelände gelagertem Erz ermöglicht. Dieser Schritt markiert eine wichtige Phase im Management der Anlage, die seit den massiven Protesten und der gerichtlichen Stilllegung Ende 2023 im Wartungsmodus verharrt.Die geplante Maßnahme betrifft schätzungsweise 38 Millionen Tonnen Erz, die bereits vor der Betriebseinstellung abgebaut wurden. Experten gehen davon aus, dass aus diesen Vorräten etwa 70.000 Tonnen Kupfer gewonnen werden können. Die Erlöse aus dem Verkauf des Konzentrats sollen dazu verwendet werden, die laufenden Kosten für die Instandhaltung und den Umweltschutz der Anlage im Jahr 2026 zu decken. Damit wird eine finanzielle Belastung für den Staat und das Unternehmen abgemildert, während die eigentliche Mine weiterhin geschlossen bleibt.
Die Entscheidung der Regierung basiert nicht nur auf wirtschaftlichen, sondern vor allem auf ökologischen Erwägungen. Die langfristige Lagerung der riesigen Erzbestände im Freien birgt erhebliche Umweltrisiken, wie etwa die Entstehung von saurem Grubenwasser. Durch die Verarbeitung und den Export des Materials können diese Gefahren reduziert und gleichzeitig die Stabilität des Rückhaltebeckens (Tailings Management System) gesichert werden. Die Behörden betonten ausdrücklich, dass diese Freigabe keine Wiederaufnahme des regulären Minenbetriebs darstellt und keine neuen Bohrungen oder Sprengungen erlaubt sind.
Trotz dieses Fortschritts bleibt die langfristige Zukunft der Mine, die einst etwa 1% der weltweiten Kupferproduktion lieferte und 5% zum panamaischen BIP beitrug, ungewiss. Präsident José Raúl Mulino hat angekündigt, bis Juni 2026 eine endgültige Entscheidung über die mögliche Wiedereröffnung des Komplexes zu treffen. Während die Wirtschaft des Landes auf die Rückkehr des Wachstums hofft, bleibt die politische Lage aufgrund des Widerstands von Umweltgruppen und Teilen der Bevölkerung angespannt.
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