Moskau - (www.emfis.com) - Der russische Energie-Gigant möchte nach wie vor vermehrt einen Fuß in den deutschen Versorger-Markt bekommen. Nun wurde unlängst bekannt, dass die Gesellschaft an einem deutschen Gas-Importeur interessiert ist.
Konkret handelt es sich um den Gas-Importeur VNG Verbundnetz Gas AG. Presseberichten zufolge geht es um einen 47,9prozentigen Anteil, den die Russen erwerben möchten. Die angesprochene Beteiligung hält derzeit der in Oldenburg ansässige Versorger EWE. Allerdings nannte EWE-Vorstandsvorsitzender Werner Brinker bislang keinen Zeitrahmen für den angestrebten Verkauf. Gazprom hält bereits eine Beteiligung an VNG in Höhe von 10,5 Prozent.
Wintershall ebenfalls interessiert
Jedoch muss Gazprom derzeit mit einem Konkurrenz-Bieter rechnen. Denn das BASF-Tochterunternehmen Wintershall, welches an VNG mit 15,8 Prozent beteiligt ist, hat bereits ebenfalls Interesse bekundet. Wie bekannt wurde, gibt es momentan laut EWE mit beiden Konzernen bisher keine konkreten Gespräche. Ursprünglich wollte EWE die Beteiligung bereits Ende des letzten Jahres an den in Karlsruhe beheimateten Energie-Konzern EnBW zu einem festgelegten Kaufpreis in Höhe von 1,4 Milliarden Euro veräußern. Allerdings entschieden sich die Karlsruher, eine mit EWE vereinbarte Kaufoption nicht zu ziehen. Aufgrund langfristiger Gas-Bezugsverträgen rutschte VNG Verbundnetz Gas AG 2011 mit 260 Millionen Euro in die Verlustzone.
Die angestrebte Übernahme des 47,9prozentigen Anteils dürfte jedoch nicht ganz unproblematisch für beide interessierten Unternehmen verlaufen. Immerhin würden Gazprom sowie auch Wintershall in diesem Falle eine Mehrheits-Beteiligung über 50 Prozent erhalten. Da Gazprom sowie Wintershall bereits jeweils hälftig an dem deutschen Gas-Importeur Wingas beteiligt sind, sollte dies auf jeden Fall die Kartellwächter auf den Plan rufen. Daher ist es derzeit fraglich, ob es tatsächlich zu einer Übernahme der Beteiligung kommen wird.
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